«… wie das Tüpfchen auf dem i»
mit Andrea Thür-Suter sprachen Denise Erni und Jasmin Schnider
Die Churer Bürgergemeinde zählt rund 6500 Bürgerinnen und Bürger, stimmberechtigt davon sind 5600. Rund 970 von ihnen haben die 50-jährige Andrea Thür-Suter am Sonntag zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Sie ist die zweite Frau – nach Ruth Bochsler –, die dieses Amt übernimmt. Diese Wahl bedeute ihr sehr viel, da sie in Chur aufgewachsen sei und hier auch ihre Jugendjahre verbracht habe. «Das Engagement als Churer Bürgermeisterin ist wie das Tüpfchen auf dem i», so Thür-Suter, welche die Nachfolge von Andreas Brunold am 1. Januar antritt.
Andreas Thür-Suter, Sie waren die einzige Kandidatin für diese Wahl. Eigentlich eine klare Sache.
Andrea Thür-Suter: Ja, das ist so. Aber in der Bürgergemeinde stellen wir jeweils nur so viele Kandidatinnen und Kandidaten auf, wie es Plätze hat. Darum ist die Spannung natürlich auch nicht so gross wie beispielsweise bei den Grossratswahlen. Dort kribbelt es schon mehr, bis das Resultat da ist. Dementsprechend ist bei diesen Wahlen auch die Anspannung grösser. Trotzdem freue ich mich sehr über die Wahl.
Die Stimmbeteiligung lag bei 22 Prozent eher tief. Enttäuschend, oder?
Es gab weder nationale noch städtische Vorlagen und daher gingen wir eher von einer geringen Stimmbeteiligung aus. Meine Enttäuschung ist darum nicht wahnsinnig gross.
Wie möchten Sie Chur prägen?
Die Bürgergemeinde kann für die Churer Bevölkerung Mehrwert schaffen. Das haben wir bereits in den vergangenen Jahren gemacht und werden wir auch in Zukunft tun. Es darf noch etwas spürbarer werden, was die Bürgergemeinde alles macht, und das wird eines meiner Ziele sein.
Und wie wird das aussehen?
Wir haben verschiedene Projekte in der Schublade, die wir weiter verfolgen werden. Eines davon ist das Projekt «Leichte Sprache», das wir zusammen mit der Stadtbibliothek lanciert haben. Dabei geht es darum, Menschen, die Mühe mit Sprachverständnis haben, gewisse Dinge näherzubringen, indem einfacher kommuniziert wird.
Neben dem Amt als künftige Bürgermeisterin sind Sie auch FDP-Grossrätin und Präsidentin der FDP Chur. Lassen sich die Ämter miteinander vereinbaren?
Das Präsidium der FDP Chur werde ich auf Ende Jahr abgeben. Denn ich bin der Ansicht, es gibt sehr viele Schnittstellen mit der Stadt Chur und da könnte es nicht gut zu vereinbaren sein. Das Mandat als Grossrätin werde ich aber behalten.
2024 sind in Chur Stadtratswahlen. Werden Sie als Stadträtin und Stadtpräsidentin kandidieren?
Nein. Das war für mich nie ein Thema.