Massenproteste in Israel gegen Justizumbau halten an
Die rechts-religiöse Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will das Justizsystem gezielt schwächen, Experten warnen vor schwerem Schaden an der Demokratie. Das Vorhaben wurde angesichts massiver Proteste Ende März für wenige Wochen ausgesetzt. Bei Vermittlungsgesprächen gab es bislang keinen Durchbruch. Am 30. April beginnt die Sommersitzung des Parlaments in Jerusalem. Kritiker befürchten, dass die Regierung das umfassende Vorhaben dann im Schnellverfahren durchbringen könnte.
Es wird erwartet, dass auch die Feiern zum 75-jährigen Bestehen Israels in der kommenden Woche von Protesten überschattet werden. Die Gegner der Justizreform kündigten zum Start am Dienstagabend die «grösste Demonstration am Unabhängigkeitstag in der israelischen Geschichte» an. Hinterbliebene forderten bereits, dass Politiker bei den jährlichen Gedenkfeiern fernbleiben sollen.