Sri Lankas Wirtschaftskrise trifft Mittelschicht - Arbeitsmigration
Mit ihren lange Zeit gestiegenen Einkommen und ihrer Kaufkraft habe sie wesentlich dazu beigetragen, dass Sri Lanka einst als wirtschaftlicher Lichtblick in Südasien galt. Doch nach Jahren finanzieller Sicherheit hätten viele Familien nun einen Einbruch ihres Lebensstandards erlitten, hiess es. Die Wut über die zusammenbrechende Wirtschaft des Landes habe viele Angehörige dieser Mittelschicht dazu angespornt, sich den jüngsten Massenprotesten anzuschliessen, berichtete das «Wall Street Journal» weiter.
Damit trugen sie dazu bei, dass Ex-Präsident Gotabaya Rajapaksa kürzlich stürzte und sich ins Ausland absetzte. Für seinen Nachfolger Ranil Wickremesinghe stelle die Mittelschicht eine wichtige Wählerbasis dar, so das Blatt weiter. Diese müsse er nun besänftigen. Wickremesinghe hofft auf Finanzhilfe durch den Internationalen Währungsfonds IWF und will für politische Stabiliät im Land sorgen.
Der Oberste Gerichtshof verlängerte unterdessen ein Ausreiseverbot für den früheren Premierminister Mahinda Rajapaksa sowie Ex-Finanzminister Basil Rajapaksa vorläufig bis zum 4. August. Beide sind Brüder des nach Singapur geflohenen Ex-Präsidenten Gotabaya Rajapaksa. Bürgerrechtsaktivisten werfen ihnen vor, für die verheerende Wirtschaftskrise verantwortlich zu sein. Der neue Präsident Wickremesinghe gilt als ein enger Verbündeter Rajapaksas.