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Politik

Sommaruga für Lohndiskussion in Pflege, Kitas und Detailhandel

Agentur sda
24.04.2020, 22:41 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Ohne das Gesundheitspersonal, die Leute im Verkauf, in der Betreuung und in der Logistik wäre in der Coronavirus-Krise nichts mehr gelaufen, sagte die 59-jährige SP-Bundesrätin in einem am Freitag online publizierten Tamedia-Interview. Die Wahrnehmung, wie wichtig diese Berufe für das System seien, habe sich in der Krise stark verändert. «Jetzt geht es darum, das zu nutzen und entsprechende Forderungen zu stellen.»

Der Bundesrat könne nicht per Gesetz Lohnerhöhungen verordnen, sagte die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Aber er könne diese Diskussion unterstützen. «Das mache ich gern», sagte Sommaruga.

Die Bundespräsidentin sah die Arbeitgeber in der Pflicht. Vom Applaus etwa für das Gesundheitspersonal könnten die Betroffenen nicht leben, erklärte sie. «Ich gehe schon davon aus, dass sich die Arbeitgeber bei den Lohnverhandlungen daran erinnern, was diese Leute jetzt geleistet haben und weiter leisten.» Wo die öffentliche Hand Arbeitgeberin sei, müsse man sich diese Gedanken ebenfalls machen.

Die Pflegefachleute in der Schweiz wollen sich nicht mit Lobeshymnen für ihre Tätigkeiten in Zeiten der Corona-Pandemie begnügen. Sie forderten in einem offenen Brief ans Parlament am Dienstag höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der Ausbildung. Sie sprachen sich unter anderem für eine Covid-19-Zulage wie etwa in Deutschland aus.

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