Mindestens 56 Tote bei Massenpanik bei Soleimani-Trauerzug
Die Opferzahl könnte noch steigen, so die Behörden nach Angaben des staatlichen Fernsehens. Zudem wurden mehr als 200 Menschen verletzt, einige von ihnen schwer.
Der bei einem US-Drohnenangriff getötete Soleimani wird in seiner Heimatstadt Kerman im Südosten des Iran beigesetzt. Zehntausende Menschen nehmen teil. In Teheran hatten sich am Montag Hunderttausende einem Trauerzug angeschlossen und ihre Wut auf die USA zum Ausdruck gebracht.
Terror-Gesetz gegen USA
Als Reaktion auf die gezielte Tötung Soleimani hat der Iran ausserdem die US-Streitkräfte als «Terroristen» eingestuft. Das Parlament in Teheran verabschiedete am Dienstag ein entsprechendes Gesetz.
Es richtet sich gegen alle US-Soldaten, die Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sowie die Verantwortlichen für den Drohnenangriff auf Soleimani. Dem Gesetz zufolge wird fortan jegliche Unterstützung für die US-Truppen, sei es militärisch, finanziell oder logistisch, «als Beteiligung an einem terroristischen Akt» gewertet.
Das Parlament verschärfte damit ein im vergangenen April beschlossenes Gesetz, mit dem die USA zum «staatlichen Förderer des Terrorismus» und die US-Truppen in der Region zu «Terrorgruppen» erklärt worden waren. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trup die iranischen Revolutionsgarden auf eine Schwarze Liste von «Terrororganisationen» gesetzt.
Höheres Budget für Al-Kuds-Brigaden
Das iranische Parlament beschloss am Dienstag ausserdem, das Budget der für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden um umgerechnet 200 Millionen Euro zu erhöhen.
Soleimani, der die Al-Kuds-Brigaden befehligt hatte, war am Freitag bei einem US-Drohnenangriff in Bagdad getötet worden. Sein Tod sorgte für eine weitere Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran.