Michael Pfäffli: «St. Moritz ist der Geldesel des Kantons»
Vergangene Woche hat die Regierung die Sitzverteilung im Grossen Rat für das kommende Jahr bekanntgegeben: Vier Wahlkreise gewinnen einen Sitz, vier verlieren einen. St. Moritz gehört zu den Verlierern. 2018 kann das Oberengadin nur noch acht Sitze für sich in Anspruch nehmen.
Viel Geld für St. Moritz
Ende August informierte der Kanton über die Höhe der Zahlungen im Rahmen des Finanzausgleichs. Auch dort gehört St. Moritz zu den Verlierern, muss die Gemeinde doch im kommenden Jahr 6,87 Millionen Franken zahlen, 1,27 Millionen mehr als noch im laufenden Jahr. «St. Moritz ist der Geldesel des Kantons», lautet dazu der Kommentar des St. Moritzer Gemeinderats und ehemaligen Standespräsidenten Michael Pfäffli.
«Bald sieben Millionen sind viel Geld für St. Moritz», findet Pfäffli. Er ärgert sich darüber, dass seine Gemeinde gleichzeitig weniger zu sagen habe im Kanton. Der Finanzausgleich sei je länger je mehr eine Belastung für das Oberengadin. «Wir müssen diese Regelung akzeptieren, schliesslich hat das Schweizer Stimmvolk darüber entschieden», so Pfäffli. Nichts destotrotz dürfe die aktuelle Situation kritisiert werden, hält er fest.
Steuererhöhungen nicht zielführend
Wo St. Moritz in seinem 88-Millionen-Budget für das kommende Jahr die 1,27 Millionen einsparen will, wissen derzeit weder Pfäffli noch Gemeindepräsident Sigi Asprion (Ausgabe vom 25. August). «Wenn wir die Steuern erhöhen, führt das nicht zum Ziel», erklärt Pfäffli. Dann würden wohlhabende Zweitwohnungsbesitzer Steueroptimierungen durchführen oder wegziehen. St. Moritz hätte dann gleich viel Geld, dem Kanton würden aber Einnahmen entgehen.