Asean-Gipfel: Menschenrechtler fordern mehr Druck auf Myanmars Junta
«Das Regime kann nur überleben, weil die Welt nach jedem Verbrechen gegen die Menschlichkeit viel zu schwach reagiert hat», sagte BHRN-Direktor Kyaw Win. «So kann es nicht weitergehen.» Die Asean-Gruppe müsse endlich einsehen, dass Versuche, mit der Junta zu verhandeln, sinnlos seien. Stattdessen müsse der Staatenbund die pro-demokratische Opposition unterstützen, forderte die Gruppe.
Kritiker werfen der Asean-Gemeinschaft schon lange vor, nicht hart genug gegen Myanmars Führung vorzugehen. Die Mitgliedsstaaten hatten sich im April 2021 auf einen Fünf-Punkte-Plan zur Lösung der Krise verständigt. Dieser sieht unter anderem ein sofortiges Ende der Gewalt und einen Dialog aller Konfliktparteien vor. Bis heute hat die Junta aber keinerlei Willen gezeigt, den Plan zu erfüllen.
«Die Asean und der UN-Sicherheitsrat müssen beide ihre wirkungslosen Ansätze gegenüber Myanmars Junta überdenken und stärkere Massnahmen ergreifen», forderte auch die Asien-Direktorin von Human Rights Watch (HRW), Elaine Pearson. Jüngste Angriffe auf Zivilisten kämen einem Kriegsverbrechen gleich. Die Generäle könnten ihre brutalen Attacken nur deshalb fortsetzen, weil sie weiter mit Waffen beliefert würden.
Der weltgrösste Inselstaat Indonesien hat in diesem Jahr den Vorsitz über den Staatenbund Asean, dem bisher zehn Länder angehören. Beim 42. Gipfeltreffen in dem Fischerdorf Labuan Bajo auf Flores geht es auch um eine künftige Vollmitgliedschaft von Osttimor. Das Treffen endet am Donnerstag.