Kreml und Rotes Kreuz: Evakuierung von Mariupol gescheitert
Ukrainische Nationalisten hätten nicht zugelassen, dass die Menschen aus Mariupol und aus Wolnowacha in Sicherheit gebracht werden können, hiess es vom Kreml. Die Feuerpause sei vielmehr genutzt worden, damit sich die ukrainischen Streitkräfte neu positionieren könnten. Dem französischen Präsidenten sei nahegelegt worden, auf die ukrainische Führung einzuwirken, damit diese sich an das internationale humanitäre Recht halte.
Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes schrieb bei Twitter: «Die gescheiterten Versuche unterstreichen das Fehlen einer detaillierten und funktionierenden Übereinkunft zwischen den Konfliktparteien.» Die Menschen in Mariupol lebten in Schrecken, und suchten verzweifelt nach Sicherheit.
Bei dem Gespräch Putins mit Macron ging es nach Kremlangaben auch um Frankreichs Sorgen um die atomare Sicherheit in der Ukraine. Putin betonte der Mitteilung zufolge, dass russische Streitkräfte das 1986 havarierte Atomkraftwerk (AKW) Tschernobyl unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Zum international beachteten Vorfall im AKW Saporischschja sagte Putin nach Kremlangaben, dass es sich um eine «zynische Propaganda-Kampagne» gehandelt habe. Am Freitag war auf dem Gelände des AKW Saporischschja ein Feuer ausgebrochen.
Russische Streitkräfte hätten gemeinsam mit ukrainischen Sicherheitskräften das AKW gesichert, so der Kreml. Es habe sich um einen Sabotageakt radikaler Kräfte in der Ukraine gehandelt und um den Versuch, dies den russischen Streitkräften anzulasten. Putin habe Macron darauf hingewiesen, dass die nukleare Sicherheit der Anlage geschützt sei. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) habe auch bestätigt, dass es keine erhöhte Strahlung geben.