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Politik

Jäger stellt sich «kein gutes Zeugnis» aus

Im Bündner Kunstmuseum in Chur hat Regierungsrat Martin Jäger am Montagabend Stellung zur Causa Kunz bezogen und Fehler eingestanden. Jäger teilte mit, dass er für seine weitere Untersuchung Hans Hatz als Mediator beiziehen werde.
26.06.2017, 22:33 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Die Erwartungen an die Jahresversammlung des Bündner Kunstvereins waren riesig. Regierungsrat Martin Jäger hatte angekündigt, das Treffen des über 1500 Mitglieder starken Vereins als Plattform zu nutzen, um sich nochmals zum Fall von Stephan Kunz, dem vorläufig abgesetzten Direktor des Bündner Kunstmuseums, zu äussern.

In einem Leserbrief hatte Bernard Cathomas, ehemaliger Direktor der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, ausserdem dazu aufgerufen, an dieser Jahresversammlung Solidarität mit Kunz zu zeigen, «Einspruch zu erheben und zu erörtern, was man in der verfahrenen Situation tun kann und soll».

#Chur Bündner #Kunstmuseum Standeskanzlei - Mitteilungen WIE ABSURD: 🇨🇭Kunz Stephan muss bleiben ❗️ https://t.co/AWc6aq56uA

— Marilla (@EWallnofer) 24. Juni 2017

«Abschluss in den kommenden Wochen»

Hans Hatz werde die Konsultativgespräche begleiten, Gespräche mit den Direktbetroffenen führen und am kompletten Analyseprozess teilnehmen, so Jäger. «Die Leitung der Gesamtanalyse liegt bei mir.» In dieser Funktion werde er bestrebt sein, den laufenden Prozess in den kommenden Sommerwochen abzuschliessen und einen definitiven Entscheid zu fällen. «Dadurch kann die anspruchsvolle Situation möglichst zeitnah abgeschlossen und eine geeignete Lösung für die Leitung des Bündner Kunstmuseums gefunden werden.»

Jäger erklärte ausserdem, dass er schlecht kommuniziert habe. «Auch mir stellt diese Reorganisation kein gutes Zeugnis aus.» Er verkündete ausserdem, dass Kunz seit Montag wieder arbeite und sich der Planung der kommenden Ausstellungen widme. Administrative und personelle Aufgaben würden im Amt für Kultur bearbeitet.

«Langjährige Erfahrungen»

Der Anlass lockte am Montagabend denn auch rund 200 Vereinsmitglieder und etliche Medienschaffende ins Kunstmuseum in Chur – wenige der Anwesenden schienen dabei ihre Erwartungen erfüllt zu sehen, etliche äusserten ihren Unmut mit Buhrufen. Allgemein herrschte bei der Fragerunde eine aufgeheizte Stimmung.

Jäger seinerseits verriet, dass für die erneute Analyse der Reorganisation der Leitung des Bündner Kunstmuseums eine neutrale, anerkannte und sachkundige Person als Mediator beigezogen werde. Diese Funktion wird Hans Hatz wahrnehmen. «Als Mitglied des Stiftungsrates des Vereins für Bündner Kulturforschung und als ehemaliger Präsident der Graubündner Kantonalbank verfügt Hans Hatz über langjährige Erfahrungen in kulturellen, politischen und unternehmerischen Fragen.»

Wichtig sei es, dass nun interne und externe Anspruchsgruppen wie der Bündner Kunstverein und die Stiftung Bündner Kunstsammlung konsultiert würden, sagte Jäger weiter. «Das Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement wird mit Offenheit an diesen Prozess gehen.» Im Rahmen der ersten Analyse habe sich das Blickfeld auf die internen Abläufe beschränkt. In der kommenden, zweiten Analyse werde das Blickfeld erweitert. «Deshalb werden nun auch externe Anspruchsgruppen die Möglichkeit erhalten, sich einzubringen.»

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