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Politik

FDP-Regierungsrätin Büchi-Kaiser in Obwalden abgewählt

Die Obwaldner Finanz- und Gesundheitsdirektorin Maya Büchi Kaiser (FDP) ist abgewählt. Die 59-Jährige verlor am Sonntag als einzige der fünf bisherigen Regierungsräte ihren Sitz an die Herausforderin der CVP-Mitte. Im Parlament gewinnt die bürgerliche Mitte.
Agentur sda
13.03.2022, 14:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Regierungsrätin Büchi-Kaiser verpasste mit 4818 Stimmen das absolute Mehr von 5845 Stimmen deutlich. Sie äusserte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA enttäuscht, habe aber mit allem rechnen müssen. Der Wahlkampf sei sehr emotional geführt worden, ihr Leistungsausweis im Bereich der Finanzen seien dabei zu wenig gewürdigt worden.

So werde sie einen hervorragenden Finanzabschluss 2021 präsentieren können. «Wer immer mein Departement übernimmt, erhält ein sehr gut aufgestelltes Departement», sagte Büchi-Kaiser. Doch gute Finanzen seien eben kein emotionales Thema.

Prominentes Wahlkampfthema war die ungewisse Zukunft des Kantonsspitals Obwalden. Die Regierung werde sich im Sommer dazu äussern, sagte Büchi-Kaiser. Sie sei überzeugt, dass es in Richtung eines Spitalverbunds gehe, wie sie das immer vorgeschlagen habe.

Die CVP, die auf Kosten der FDP einen zweiten Sitz in der Regierung gewann, sei «sehr professionell» vorgegangen in der Vorbereitung des Wahlkampfes, aber auch in den Jahren davor, sagte Büchi-Kaiser.

«Wahl ermöglicht»

Neben der Neuen Cornelia Kaufmann-Hurschler (CVP) aus Engelberg OW, die mit 7762 Stimmen gar das viertbeste Resultat erzielte und noch vor dem amtierenden SVP-Regierungsrat Daniel Wyler (6285 Stimmen) lag, schaffte Christoph Amstad (CVP) die Wiederwahl mit 8982 Stimmen.

Kaufmann-Hurschler sagte, sie sei von der Deutlichkeit des Resultats überwältigt. Dass Regierungsratswahlen Kopfwahlen seien, habe sich heute gezeigt. Gut angekommen sei, dass ihre Partei mit ihrer Kandidatur wohl überhaupt erst Wahlen ermöglicht habe.

Das beste Resultat gelang wie schon vor vier Jahren dem parteilosen Baudirektor Josef Hess mit 9220 Stimmen. Die Wiederwahl problemlos schaffte auch CSP-Regierungsrat Christian Schäli mit 8561 Stimmen.

Bürgerliche Mitte gestärkt

Bei den Kantonsratswahlen ging die bürgerliche Mitte als Gewinnerin hervor. FDP, CVP-Mitte und die erstmals angetretene GLP haben zusätzliche Sitze geholt. SVP, CSP und SP müssen Mandate abgeben.

Die CSP verlor vier Sitze und kommt damit nicht mehr auf Fraktionsstärke im Parlament. Je zwei Sitze abgeben müssen SVP und SP. Die SVP musste in vier der sieben Gemeinden bisherige Kantonsratsmitglieder ersetzen.

CVP und FDP holen je drei zusätzliche Sitze, die GLP, die erst im Sommer neu gegründet wurde, gewinnt auf Anhieb zwei Sitze, einen in Alpnach und einen in Sarnen.

Die CVP bleibt damit stärkste Partei im Obwaldner Kantonsparlament, sie kommt neu auf 19 Sitze gefolgt von der SVP (13), der FDP (11), der SP (6), der CSP (4) und der GLP (2).