Brasiliens Kongress erlaubt Bolsonaro im Wahljahr mehr Sozialausgaben
Für den Beschluss stimmten auch Abgeordnete der Opposition. Ihre Begründung war, dass es notwendig sei, in dem Land mit mehr als 210 Millionen Einwohnern den ärmsten Teil der Bevölkerung zu unterstützen. Bolsonaros Wirtschaftsminister Paulo Guedes hatte das Vorhaben zunächst als «Kamikaze» bezeichnet.
In Brasilien steht im Oktober die Präsidentenwahl an. Der Rechtspopulist Bolsonaro will sich eine zweite Amtszeit sichern. In den Umfragen liegt er jedoch hinter dem linken Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Lula regierte von 2003 bis 2010 und holte mit Sozialprogrammen Millionen Menschen aus der bittersten Armut.
Die Bolsonaro-Regierung hatte auch zu Beginn der Corona-Pandemie Freiberufler und Tagelöhner finanziell unterstützt. Verstärkt durch mehr als zwei Jahre Corona-Pandemie spitzte sich eine Ernährungskrise zu. Einer Studie zufolge haben mehr als die Hälfte der Brasilianer (125,2 Millionen) keinen ausreichenden und dauerhaften Zugang zu Nahrungsmitteln.