Lula kamen Krawalle in Brasília wie beginnender Staatsstreich vor
Am 8. Januar hatten Anhänger des kurz zuvor von Lula abgelösten Staatschefs Bolsonaro den Kongress, den Regierungssitz und den Obersten Gerichtshof in Brasília gestürmt und erhebliche Schäden verursacht. Rund 1500 Sympathisanten Bolsonaros wurden vorläufig festgenommen.
Der Linkspolitiker Lula wiederholte im Interview den Verdacht, dass es Absprachen der Krawallmacher, etwa mit Mitgliedern der Streitkräfte und der Bundespolizei des Hauptstadtdistrikts, gegeben habe. «Jemand im Palácio do Planalto öffnete ihnen die Türen, es kann nur so gewesen sein », sagte er.
Aus Misstrauen hatte er am Dienstag mindestens 40 Mitglieder des Militärs von ihren Tätigkeiten in der Präsidentenresidenz entbunden. Die Generalstaatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, um die mögliche Verantwortung von Politikern und Militärs zu untersuchen. Gegen 39 mutmasslich an den Krawallen beteiligte Bolsonaro-Anhänger wurde unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und versuchten Staatsstreichs die ersten Anklagen erhoben.