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Churer Schiesslärm erreicht das nationale Parkett

Der Schiesslärm auf dem Churer Rossboden überschreitet aktuell Lärmgrenzwerte. Nun muss aufgrund einer parlamentarischen Anfrage der Bundesrat zum Churer Schiessplatz Stellung nehmen.

Patrick
Kuoni
Donnerstag, 05. März 2020, 04:30 Uhr Nationalrat
Militaer
Der Schiesslärm in Chur ist aktuell zu gross.
ARCHIVBILD

Angefangen hatte alles mit einer städtischen Initiative zum Thema Schiesslärm auf kommunaler Ebene. Inzwischen ist die Thematik Schiesslärm auf dem Churer Schiessplatz auf dem nationalen Parkett angekommen. Aufgrund einer Anfrage von SP-Grossrat Andri Perl wurde bekannt, dass mindestens seit 2014 die Belastungsgrenzwerte für den Schiessplatz auf dem Churer Rossboden überschritten werden. Dies hat nun die SP-Nationalrätin Sandra Locher Benguerel und SP-Nationalrat Jon Pult auf den Plan gerufen. Sie haben zu Beginn der aktuellen Nationalratsession eine parlamentarische Anfrage eingereicht. Sie wollen vom Bundesrat wissen, ob es noch aktuellere Messungen gebe oder weitere geplant seien und wie der Bundesrat gedenke, die Einhaltung der Grenzwerte durchzusetzen. Weiter fragen die Beiden: «Ist es realistisch, dass mit den bevorstehenden Lärmschutzsanierungen bei gleich intensiver Nutzung die Grenzwerte eingehalten werden?». Denn seit der Messung, die 2014 stattgefunden hat, hat sich der Schiessbetrieb weiter intensiviert. Konkret war der Platz bis 2017 während 20 bis 30 Wochen und ab 2018 während 46 Wochen im Jahr belegt. Für die nächsten Jahre ist gemäss Daniel Steiner, dem Kommandanten der Infanterieschule in Chur, keine wesentliche Veränderung zur aktuellen Belegung erkennbar.

Sanierung bis 2025

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport ist gemäss der Bündner Regierung verpflichtet, bis am 31. Juli 2025 die nötigen Sanierungen durchzuführen, um die Grenzwertüberschreitungen zu beseitigen. Doch die Bündner Regierung hielt in der Antwort an den Grossrat Perl auch fest, dass das VBS auch Erleichterungen gewähren könnte. «Allfällige übermässige Immissionen wären dann wegen überwiegender Interessen der Gesamtverteidigung gegenwärtig und auch in Zukunft zu dulden, solange der Schiessplatz Rossboden/Rheinsand als militärischer Waffen-, Schiess- und Übungsplatz betrieben wird.» Deshalb dürften wohl die Schiesslärmgegner in Chur und Felsberg sehr gespannt auf die Antworten auf diese nationalrätliche Anfrage warten. Umso mehr, da Felsberg sich bereits selber mit einem Brief an die zuständige Bundesrätin Viola Amherd gewendet hatte.

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Waffenplatz Chur, warum die Therapie für Chur überfällig ist, lesen Sie hier in meinem Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2020-03-02/munitionsverseuc…
Diese Art Ballerei ist längst überholt (obsolet), wie es Pfeil und Bogen (leider, leider!) für die Opfer Indianer waren.
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2020-01-13/regierung-bestaetigt-s…
Mit jedem Franken, der dort weiter investiert wird (die Neue Kaserne allein kostet 100 Millionen laut unserem "in den Waffenplatz verknallten" Stapi), dürften die Chancen sinken, diesen Widersinn im Wohnenhotspot des Kantons noch loszuwerden. Einzige Chance (falls überhaupt möglich): Sofortige Kündigung durch Stadt/Kanton ans VBS.
Lediglich auf "Beruhigung/Sedierung" zu hoffen, können Sie bei dieser diametralen Ausgangslage vergessen, subito tutti quanti, da helfen keine Lärmschutzwände von Wolkenkratzerdimensionen.

Diesen Detonations-Lärm finde ich nur noch krank(machend). In der Stadt Chur auch sonst den ganzen Tag Rambazamba.
Sogar nachts immer wieder Fluglärm und weiteres.
Seit über fünf Jahren ist oder war in GR Gesundheitstourimus das herausposaunte Thema. Inzwischen hört man weniger davon, dafür immer – noch – mehr anderen Lärm. Übertönt die Realität das Marketing, den Widerspruch?
Kanton der Skandale?
Aktuell berichtet SALDO (4.3.2020) "Zementwerke verpesten die Luft weiterhin" wieder über die Dreckschleudern, in GR am Beispiel Untervaz, HOLCIM, der Milliardenkonzern, bei dem seit Jahren immer wieder "die Messgeräte versagen", während die eh zu hohen Grenzwerte überschritten werden. Der Kanton schaut seit Jahren zu.
Zusatzfrage: Wann berichtet(e) die Somedia darüber?
Wolfgang Reuss
29.01.2020 - 16:58 Uhr
Die EMS-Chemie schreibt, ihre Abgase seien nur Wasserdampf?
Wieso behauptet sie dann, die Grenzwerte würden eingehalten? Gibt es Grenzwerte für Wasserdampf?
Oder ist die Martullo-Pressemitteilung nur heisse Luft?
Oberinspektor Derrick und ich empfehlen: Machen Sie es wie beim Bauskandal: Holen Sie ausserkantonal Gutachter und Medien:
GR-Tourismus-Werbung («Intakte Natur», «Luftkurorte», «Naherholungsgebiet», «Gesundheitstourismus») und Chur-Neuzuzüger-Anwerbung durch Stadtpräsident angesichts von Jungbrunnen-Hotspots wie:
► Zementwerk Untervaz
1) Amt erlaubt doppelt so hohe Staub-Grenzwerte im Vergleich zu Deutschland:
http://www.aefu.ch/fileadmin/user_upload/aefu-data/b_documents/Aktuell/
2) Beobachter (4.7.2019):
Amtlich bewilligte Giftschleudern. Hätscheln die Behörden die mächtige Lobby?
https://www.beobachter.ch/umwelt/schweizer-zementwerke-amtlich-bewillig
► KVA Trimmis (GEVAG)
► A13
► Ems Chemie
► Waffenplatz Chur
Siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2019-11-14/schiesslaerm
https://www.suedostschweiz.ch/ereignisse/2020-01-29/verschiebung-der-ka
Keine Idee zu unskurril, um nicht im Kommentar zu stehen:
Die von den Emissionen betroffene Bevölkerung solle zügeln statt der Waffenplatz:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2019-09-17/auf-dem-rossboden-uebe
Bei meinem Projekt ist reine Luft, Blütenduft und Love Is In The Air – für Mutter Erde.
Schilda in Susch:
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2020-03-05/der-verkehr-in-s…

Sorry. Hier die funktionierenden Links:

Zementwerk Untervaz
1) Amt erlaubt doppelt so hohe Staub-Grenzwerte im Vergleich zu Deutschland:

http://www.aefu.ch/fileadmin/user_upload/aefu-data/b_documents/Aktuell/M_180925_MM_AefU_PP_Abgase_Schweizer_Zementwerke_Mangelhafte_Kontrolle_durch_die_Behoerden.pdf

2) Beobachter (4.7.2019):
Amtlich bewilligte Giftschleudern. Hätscheln die Behörden die mächtige Lobby?
https://www.beobachter.ch/umwelt/schweizer-zementwerke-amtlich-bewilligte-giftschleudern

KVA Trimmis (GEVAG)
A13
Ems Chemie
Waffenplatz Chur
Siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2019-11-14/schiesslaerm
https://www.suedostschweiz.ch/ereignisse/2020-01-29/verschiebung-der-kaserne-wird-auf-den-pruefstand-gestellt

Keine Idee zu unskurril, um nicht im Kommentar zu stehen:
Die von den Emissionen betroffene Bevölkerung solle zügeln statt der Waffenplatz:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2019-09-17/auf-dem-rossboden-ueben-ohne-nervtoetendem-schiesslaerm

Bei meinem Projekt ist reine Luft, Blütenduft und Love Is In The Air – für Mutter Erde.
Schilda in Susch:
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2020-03-05/der-verkehr-in-susch-wird-zum-kantonalen-problem#comment-33076

Ich wohne im Rheinfels und bin dem Schiesslärm auch ausgesetzt. Die ballern ja jetzt seit einiger Zeit was das Zeug hält. Jetzt kommt dann die wärmere Zeit und man wäre gerne auf dem Balkon aber man kommt sich vor wie im Krieg. Ich bin in Chur aufgewachsen, aber ich finde dass es je länger je schlimmer wird. Muss es sein, dass ein Schiessplatz genau an einem Stadtraum so ausgebaut wird? Als Touristin würde ich so schnell wie möglich wieder verschwinden. Chur verweile sollte man schnellstens streichen. Schade um unsere schöne Stadt! Vermutlich steht ja das liebe Geld an erster Stelle und die Bewohner haben das Ganze zu dulden.

Das war der Hauptgrund, warum ich meinen Wohnsitz in Felsberg verlassen habe. Mein Haus befand sich in unmittelbarer Nähe zu der Felswand die sich vom Rossboden dem Rhein entlang bis Tamins zieht. Die Resonanz von diesem Schiesslärm war schlicht nicht mehr auszuhalten!

MfG   Giacumin Bass   7537 Müstair

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