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Peyer: «Ich kann derzeit nicht mit Herrn Quadroni sprechen»

Nach der Debatte über die zwei Berichte rund um die Polizeieinsätze gegen Preisabsprachen-Informant Adam Quadroni sprach «suedostschweiz.ch» mit dem zuständigen Regierungsrat Peter Peyer.

Fabio
Theus
Dienstag, 03. Dezember 2019, 04:30 Uhr Dezembersession
Grosser Rat Grossrat PUK Baukartell Whistleblower Adam Quadroni
Regierungsrat Peter Peyer hält an Polizeikommandant Walter Schlegel fest.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Peter Peyer, waren Sie vor der Debatte, in der es um die beiden Berichte rund um die Polizeieinsätze gegen Preisabsprachen-Informant Adam Quadroni ging, nervös?

Nervös ist das falsche Wort. Aber ich war sehr angespannt, bereits in den vergangenen zwei Wochen. Wir haben nun zwei Berichte, die ungeschönt darstellen, wo der Kanton Mängel hat. Und nun haben wir zugesichert und Massnahmen aufgezeigt, wie wir diese Mängel beheben wollen.

«Ich war beeindruckt, wie viele Leute sich für die Debatte interessieren.»

Waren Sie überrascht, dass die Zuschauertribüne dermassen zum Bersten voll war?

Ich war beeindruckt, wie viele Leute sich für die Debatte interessieren. Es zeigt, dass das Thema bewegt. Darum war es auch wichtig, dass wir noch einmal aufzeigen konnten, mit welchen Massnahmen wir dafür sorgen wollen, dass wir nicht mehr in eine solche Situation kommen, und nicht wieder eine solche Debatte im Grossen Rat haben müssen.

Adam Quadroni war während der Debatte gestern ebenfalls auf der Zuschauertribüne im Grossratsgebäude. Haben Sie ab und zu raufgeschaut zu Quadroni?

Ich habe ab und zu raufgeschaut. Aber ich habe auch in den Ratssaal geschaut, weil es viele interessante und auch kritische Voten gab. Wir hoffen nun, mit den aufgegleisten Massnahmen den kritischen Bemerkungen Rechnung tragen können. 

Adam Quadroni während der Dezembersession im Grossratsgebäude.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Ein kritisches Votum war Ihr Personalentscheid, an Polizeikommandant Walter Schlegel festzuhalten. Wie gehen Sie damit um?

Als Regierungsrat und Führungsperson muss man sich der Kritik stellen. Gleichzeitig wiederhole ich auch gerne noch einmal, dass ich mit 20-jähriger Gewerkschaftstätigkeit die Erfahrung gemacht habe, dass Leute zu entlassen keine Führungskompetenz ist. Es zeigt auch keine Kompetenz im Bereich Personalmanagement. Wenn Fehler passieren, muss man mit den Leuten zusammensitzen, die Fehler besprechen, und dafür sorgen, dass begangene Fehler nicht mehr vorkommen. Mit dem Massnahmenpaket sind wir auf dem richtigen Weg. Wir kontrollieren die Umsetzung, damit wir nicht mehr in eine solche Situation kommen.

Denken Sie, die Parlamentarier sind mit Ihrem Entscheid zufrieden?

Ich bin sicher, dass wir nach der gestrigen intensiven Debatte und den ergriffenen Massnahmen auf dem richtigen Weg sind. Auf diesem müssen wir weitergehen und kontrollieren.

«Darum ist es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht an mir, mit Herrn Quadroni zu diskutieren.»

Werden Sie mit Herrn Quadroni dereinst das persönliche Gespräch suchen?

Nein, das werde ich nicht machen. Das geht schon aus Sicht der Gewaltentrennung nicht. Ich bin in dieser Sache Partei, Vertreter des Arbeitgebers und der staatlichen Institutionen, die Fehler gemacht haben. Darum ist es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht an mir, mit Herrn Quadroni zu diskutieren. Das würde zu einem Rollenkonflikt führen, den wir beide nicht auch noch haben müssen.

Polizeikommandant Walter Schlegel während der Debatte im Grossen Rat.
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Gerne hätte «suedostschweiz.ch» auch mit dem Bündner Polizeikommandanten Walter Schlegel ein Interview geführt. Leider steht dieser aber nach Absprache mit Peter Peyer bis auf Weiteres für Auskünfte nicht zur Verfügung.

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Habe die Geschichte um Herrn Adam Quadroni etwas mitverfolgt. Resumé: in jener Gegend muss ein gewaltiger Sumpf aus Politik, Justiz und Wirtschaft vorliegen. Würden sich diese Institutionen in Szenerien, bei denen es um Gerechtigkeit und Rechtstaatlichkeit geht, derart ins Zeug legen und zusammenarbeiten, so hätte wohl kein Gesetzesbrecher eine Chance! Besonders die Justiz spielt hier eine mehr als fragwürdige Rolle, alles scheint sich um Orlando Zegg zu drehen. Was ist das nur für ein Mensch? Er scheint seine Schlüsselpositionen in verwerflichster Art und Weise zu missbrauchen. Ein Beispiel mehr, weshalb man niemandem trauen darf. Alles andere ist blauäugig, dumm oder schlimmstenfalls arglistig (Vertrauensat-mosphäre zur eigenen Bevorteilung schaffen, wo wissentlich kein Vertrauen angebracht ist). Da hat die Schweiz insgesamt noch ein riesiges Entwicklungspotential. Der Sumpf muss weg!

Es ist eine schande was passiert. Eigentlich müssten im grossen stiel köpfe rollen. der filz soll bei den beamten in den tälern (zegg und ko), in chur (schlegel etc.) und in der politik in chur (parolini und engler etc.)!
Ich wünsche uns endlich einen rigurosen schnitt! Und vor allem unsbhängige instanzen!

Nach der heutigen DOK Reportage frage ich mich doch ernsthaft, ob die PUK Untersuchung ausreicht? Nun ist die Zeit gekommen, dass der Stall Augias im Kanton Graubünden ausgemistet wird. Wenn die Bündner Regierung das Vertrauen der Bevölkerung und Wähler behalten will, müssen Köpfe rollen, auch in der Regierung. Sollten diese Personen in der Regierung aber auch Exekutive noch ein wenig Rückgrat haben, treten Sie von sich aus zurück. Das Verhalten entbehrt jeglicher Vorstellung von Ethik, Moral und Anstand, die von Personen in diesen Positionen erwartet werden darf. Frank und frei herausgesprochen, es ist eine Schande für den Kanton Graubünden!

Was da läuft ist eine Schande für den Kanton Graubünden. Quadroni gebührt eine starke Unterstützung durch die Bündner Bevölkerung. Auf der anderen Seite sollten Regierungsräte wie Parolini sich schämen und zurücktreten. Auch die anderen beteiligten Unternehmen sollten mit Strafen belegt werden die zum Konkurs führen.

Die sogenannte ehrbare Gesellschaft. Da kann man nur Pfui sagen, die die Adresse der Herren Parolini, Bezzola, Conrad und viele Andere. Leider wird hier der Rechtsstaat an der Nase herumgeführt. Eine Schande. Ich erwarte hier weitere Aufklärung und Massnahmen. Als Sofortmassnahme muss Herr Parolini zurücktreten, er ist eine Schande für das Amt!

Es ist gut so. Ich hoffe, dass die Geschichte nicht unter den Teppich gekehrt wird. Bei genauer Betrachtung, wurden hier Bauherren, die öffentliche Hand wie auch der Steuerzahler um Millionen betrogen. Personen in der Politik und der Verwaltung hielten die schützende Hand über diese Leute und haben sich am Vorgehen gegen Herr Quadroni mitschuldig gemacht. Als Bürger und Steuerzahler erwarte ich nun, dass diese Gelder wieder zurückgefordert werden, die Personen eruiert werden und aus den entsprechenden Positionen entfernt werden und entsprechende Verfahren eingeleitet werden. Wie soll die Glaubwürdigkeit in die Institution des Staates aufrecht erhalten werden, wenn solche Mauscheleien toleriert und nicht lückenlos aufgedeckt werden? Was hier im Kanton Graubünden aktuell geschieht, ist erschreckend!

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