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Schweiz & Welt

Landquarter wählen günstigere Ausbauvariante

Südostschweiz
19.05.2019, 11:46 Uhr
vor 12 Minuten

Die Landquarter Bahnhofstrasse ist ein politischer Dauerbrenner. Seit über zehn Jahren wird über die Erneuerung der sanierungsbedürftigen Verkehrsachse diskutiert. Weil zwei Einsprachen ein Fortfahren verhinderten, musste das Projekt zwischenzeitlich auf Eis gelegt werden. Nach langem Seilziehen konnte die Gemeinde Ende letzten Jahres grünes Licht geben.

Am Sonntag konnten sich nun die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zwischen zwei Ausbauvarianten entscheiden. Bei der günstigeren Variante wird die neue Bahnhofstrasse für 5,6 Millionen Franken asphaltiert. Bei der teureren Variante werden für 7,9 Millionen Franken Natursteinplatten verbaut. Die Landquarter Bevölkerung hat sich nun deutlich für die günstigere Variante entschieden. Etwas mehr als 67 Prozent sprachen sich für den bituminösen Schwarzasphalt aus. Die Variante Naturstein wurde mit mehr als 59 Prozent Ablehnung verworfen.  

FDP Landquart erfolgreich

Bereits an der Gemeindeversammlung sprachen sich die Landquarter für die günstigere Variante aus. Unter anderem votierte dort die FDP für diese Variante. 

Die Preisdifferenz von 2,3 Millionen Franken zur Variante «bituminöser Schwarzasphalt» sei enorm, sagte FDP-Ortsparteipräsident Thomas Bigliel damals gegenüber «suedostschweiz.ch». «Landquart liegt bei der Pro-Kopf-Verschuldung immer noch im kantonalen Mittelfeld. Der Schuldenabbau, ein Selbstfinanzierungsgrad von durchschnittlich mindestens 100 Prozent, und die Staffelung der Investitionen haben für uns eine höhere Priorität als die Vergoldung der Bahnhofstrasse», so Bigliel. Zudem sei nicht garantiert, dass die Natursteinplatten einheimisch sind und der Unterhalt sei unter Umständen ebenfalls mit Kosten verbunden, beispielsweise bei Verfärbungen durch Marktstände oder Schäden durch die Schneeräumung.

Anderer Meinung war der Gemeindevorstand: «Für eine Einkaufsmeile, wie wir sie in Landquart machen möchten, passt Naturstein einfach besser», so Sepp Föhn. Auch gehe man davon aus, dass die Lebensdauer von Naturstein länger sei im Vergleich zu Asphalt. Naturstein sei in der heutigen Zeit zudem keine «Gold-Variante» mehr, insofern man die lokalen Gewebebetriebe miteinbeziehen und damit unterstützen könne. (kup)

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