Yayoi Kusama (†97) ist tot: Das ist über ihre Todesursache bekannt
Die Kunstwelt trauert um eine ihrer aussergewöhnlichsten Persönlichkeiten. Yayoi Kusama ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Bekannt wurde die Japanerin weltweit vor allem durch ihre Polka-Dot-Kunstwerke, riesigen Kürbisse und spektakulären «Infinity Mirror Rooms». Kusama starb bereits am 14. August in einem Spital in Tokio. Ihr Tod wurde allerdings erst am Donnerstag öffentlich bekannt gegeben.
Todesursache von Yayoi Kusama: Japanische Medien nennen Organversagen
In der ersten offiziellen Mitteilung ihres Studios wurde keine konkrete Todesursache genannt. Entsprechend berichteten zunächst auch internationale Nachrichtenagenturen wie AP, dass nicht bekannt sei, woran Kusama gestorben ist.
Inzwischen gibt es jedoch konkretere Angaben aus Japan. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, Kusama sei an multiplem Organversagen gestorben. Auch die japanische Zeitung Sankei nennt diese Todesursache.
Bei multiplem Organversagen versagen mehrere lebenswichtige Organsysteme gleichzeitig oder nacheinander. Was dieses bei Kusama konkret ausgelöst hat, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Weitere Angaben zu einer möglichen zugrunde liegenden Erkrankung wurden nicht gemacht.
Kusama lebte jahrzehntelang freiwillig in einer psychiatrischen Klinik
Kusama sprach dagegen sehr offen über einen anderen Teil ihrer gesundheitlichen Geschichte. Bereits als Kind erlebte sie nach eigenen Angaben Halluzinationen mit Punkten, Blumen und Lichtmustern. Diese Erfahrungen beeinflussten später entscheidend ihre Kunst.Nach ihrer Rückkehr aus den USA nach Japan begab sie sich in den 1970er-Jahren freiwillig in psychiatrische Behandlung. Ab 1977 lebte sie über Jahrzehnte in einer psychiatrischen Einrichtung in Tokio und arbeitete tagsüber in ihrem nahe gelegenen Atelier.
Ihre psychischen Probleme hielt Kusama dabei nicht geheim. Noch 2017 erzählte sie öffentlich, weiterhin Halluzinationen zu erleben. Die Punkte, die für Millionen Menschen heute unmittelbar mit ihrem Namen verbunden sind, hatten damit einen sehr persönlichen Ursprung.
Ihre Punkte und Kürbisse machten Yayoi Kusama weltberühmt
Aus dieser persönlichen Bildsprache entstand eine der bekanntesten Marken der zeitgenössischen Kunst.
Kusama schuf Gemälde, Skulpturen und Installationen voller Punkte und sich wiederholender Muster. Zu ihren bekanntesten Arbeiten gehören ihre Kürbis-Skulpturen und die «Infinity Mirror Rooms», in denen Spiegel und Licht die Illusion eines unendlichen Raumes erzeugen.
Ihre Werke wurden unter anderem im Museum of Modern Art und im Whitney Museum in New York sowie in zahlreichen weiteren bedeutenden Museen weltweit gezeigt. 2017 eröffnete in Tokio sogar ein eigenes Yayoi Kusama Museum.
Noch mit weit über 90 Jahren arbeitete Kusama weiter. Nun ist die japanische Künstlerin im Alter von 97 Jahren gestorben.