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Panorama

Wie lange dürfen Hunde alleine zuhause bleiben?

Vier Stunden, fünf Stunden oder doch sechs? Wie lange ein Hund alleine zu Hause bleiben kann, hängt stark vom Tier und seinem Training ab. Fachstellen setzen jedoch klare Grenzen.
David Hahn
heute um 10:29 Uhr

Wer einen Hund hält, kann ihn im Alltag nicht immer mitnehmen. Termine, Einkäufe oder die Arbeit führen schnell zur Frage, wie lange der Vierbeiner ohne Betreuung zu Hause bleiben kann. Eine für jeden Hund gültige Zeitspanne gibt es nicht. Die Empfehlungen der verschiedenen Tierschutz- und Fachstellen zeigen aber: Einen ganzen Arbeitstag sollte ein Hund nicht alleine verbringen.

Wie viele Stunden darf ein Hund alleine bleiben?

Die Empfehlungen unterscheiden sich leicht. Im «Puls»-Chat von SRF rät Rommy Los, Geschäftsleiterin und Leiterin Tierheim beim Zürcher Tierschutz, die Zeit auf höchstens vier Stunden pro Tag zu begrenzen. Voraussetzung ist, dass der Hund das Alleinsein gelernt hat und dabei keine Anzeichen von Stress zeigt.

Auch Fressnapf Schweiz betont, dass es keine allgemeingültige Dauer gibt. Hunde reagieren sehr unterschiedlich auf die Abwesenheit ihrer Bezugsperson. Während manche Tiere problemlos mehrere Stunden alleine verbringen, werden andere bereits nach kurzer Zeit unruhig. Als Richtwert nennt Fressnapf eine maximale Dauer von vier bis fünf Stunden. Einen Hund täglich fünf bis acht Stunden alleine zu lassen, wird dort nicht als artgerechte Haltung beurteilt.

PETA setzt die äusserste Grenze etwas höher. Die Tierschutzorganisation bezeichnet sechs Stunden als absolute Obergrenze, die nur in Ausnahmefällen ausgeschöpft werden sollte. Acht Stunden und damit einen gewöhnlichen Arbeitstag sollte ein Hund nach dieser Empfehlung nicht alleine verbringen.

Wer regelmässig den ganzen Tag ausser Haus ist und den Hund nicht mitnehmen kann, sollte deshalb eine Betreuung organisieren. Möglich sind beispielsweise ein Hundesitter, eine Gassigeh-Hilfe oder eine Hundetagesstätte.

Entscheidend ist der einzelne Hund

Eine reine Stundenangabe greift allerdings zu kurz. Wie gut ein Hund mit dem Alleinsein zurechtkommt, ist individuell. Während einige Hunde mehrere Stunden entspannt bleiben, können andere schon nach kurzer Zeit unruhig werden, jaulen oder Gegenstände beschädigen.

Besonders vorsichtig müssen Halterinnen und Halter bei Welpen sein. Junge Hunde können deutlich kürzer alleine bleiben als erwachsene Tiere. Fressnapf empfiehlt, darauf zu achten, dass ein junger Hund stubenrein ist, sich im neuen Zuhause eingelebt hat und sich dort sicher fühlt, bevor das Alleinbleiben aufgebaut wird.

Bei erwachsenen und älteren Hunden hängt die mögliche Dauer ebenfalls davon ab, ob sie das Alleinsein bereits gelernt haben. Fehlt diese Erfahrung, braucht der Aufbau entsprechend Zeit und Geduld.
Alleinbleiben muss ein Hund Schritt für Schritt lernen

Damit der Hund die Abwesenheit seiner Bezugsperson nicht als belastend erlebt, sollte das Alleinsein gezielt trainiert werden. Wichtig ist, mit sehr kurzen Trennungen zu beginnen und die Dauer erst dann zu verlängern, wenn der Hund ruhig bleibt.

Eine Möglichkeit besteht darin, dem Hund zunächst einen vertrauten Rückzugsort einzurichten. Leckerlis, Kauartikel, ein Schnüffelteppich oder anderes Beschäftigungsspielzeug können dazu beitragen, diesen Platz positiv zu verknüpfen. Auch ruhige Musik kann Teil dieser Komfortzone sein.

Anschliessend lässt sich die räumliche Distanz schrittweise vergrössern. Zunächst verlässt die Bezugsperson beispielsweise nur kurz den Raum. Später kann die Tür geschlossen und die Dauer langsam gesteigert werden. Fressnapf empfiehlt ebenfalls, zunächst nur wenige Minuten zu üben und die Trennungszeit nach und nach auszubauen, solange der Hund ruhig und gelassen bleibt.

Hilfreich kann zudem sein, den Hund vor dem Training mit einem Spaziergang oder gemeinsamen Spielen auszulasten. PETA empfiehlt ebenfalls ein langsames, schrittweises Vorgehen und positive Verstärkung.

Schlüssel, Schuhe und Handtasche können Stress auslösen

Manche Hunde erkennen schon lange vor dem Verlassen der Wohnung, was passieren wird. Schlüsselbund, Schuhe oder Handtasche können zu Signalen dafür werden, dass ihre Bezugsperson gleich verschwindet.

Solche Schlüsselreize lassen sich deshalb bewusst in Situationen einsetzen, in denen niemand das Haus verlässt. Wer beispielsweise den Schlüssel auch einmal innerhalb der Wohnung mitnimmt oder die Schuhe anzieht, ohne danach wegzugehen, kann dazu beitragen, die feste Verbindung zwischen diesen Gegenständen und dem Alleinsein abzuschwächen. PETA empfiehlt, solche Reize in alltägliche, neutrale Situationen einzubauen.

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