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Panorama

«Mit freundlichen Grüssen» war gestern: So beendest du deine Mails heute

Welche Anrede passt in einer E-Mail und wie verabschiedet man sich richtig? SRF-Ratgeberexpertin Maria Kressbach erklärt, welche Formulierungen zeitgemäss sind und wovon sie eher abrät.
David Hahn
heute um 11:02 Uhr

Beim ersten und letzten Satz einer E-Mail kann man schnell ins Grübeln kommen: «Sehr geehrte Frau Meier», «Guten Tag Herr Müller» oder doch «Grüezi»? Und sind «Freundliche Grüsse» zu förmlich und «Beste Grüsse» die bessere Wahl?

Eine verbindliche Regel für jede Situation gibt es nicht. Wie man eine E-Mail beendet, hängt vom Anlass, vom Verhältnis zur angeschriebenen Person und nicht zuletzt von den Gepflogenheiten im eigenen Unternehmen ab. Für die Schweiz gibt es dennoch einige Empfehlungen. SRF-Ratgeberexpertin Maria Kressbach erklärt, welche Varianten sich wann eignen.

Die richtige Anrede hängt vom Empfänger ab

Mit «Sehr geehrte Frau Meier» mache man laut Kressbach insbesondere bei wenig bekannten Personen grundsätzlich nichts falsch. Die klassische Anrede eigne sich auch, wenn Unsicherheit darüber besteht, wie formell ein Schreiben sein sollte. Bei einer Bewerbung für eine Stelle bei einem Amt sei sie ebenfalls passend. Bei einem jungen, modernen Unternehmen könne dieselbe Formulierung dagegen bereits etwas altmodisch wirken.

Eine breit einsetzbare Alternative sei laut Kressbach «Guten Tag Herr Müller». Die Anrede sei neutral und wahre eine gewisse Distanz. In der Schweiz eigne sich zudem «Grüezi Frau Meier». Bei Empfängerinnen und Empfängern in Deutschland sei dagegen mehr Zurückhaltung angebracht. Ein «Grüezi» könne dort je nach Beziehung «bünzlig oder putzig wirken».

Persönlicher werde es mit «Lieber Herr Müller». Diese Anrede sollte besser nur verwendet werden, wenn man die angeschriebene Person gut kenne und öfter mit ihr zu tun habe. Andernfalls könne sie «peinlich wirken».

«Freundliche Grüsse» statt «Mit freundlichen Grüssen»

Auch das Ende eines Schreibens verrät etwas über das Verhältnis zwischen Absender und Empfänger. Als vielseitige Lösung eigne sich «Freundliche Grüsse». Die Formel könne insbesondere verwendet werden, wenn sich die Beteiligten noch nicht oder kaum kennen. «Mit freundlichen Grüssen» stuft Kressbach dagegen als veraltet ein.

Wer die angeschriebene Person bereits kennt, könne mit «Herzliche Grüsse» persönlicher abschliessen. Umstritten sei dagegen «Beste Grüsse». Während die einen die Formulierung für eine gute Zwischenlösung hielten, kritisierten andere, dass es keine guten und damit auch keine besten Grüsse gebe. Kressbach rät deshalb eher von dieser Grussformel ab.

Ein persönlicher Abschluss kann Wertschätzung zeigen

Nicht jeder Brief und jede E-Mail muss mit einer standardisierten Grussformel enden. Ein individueller Bezug kann dem Schreiben eine persönliche Note geben. Formulierungen wie «Sonnige Grüsse nach Bern» oder ein entsprechender Bezug zum Wetter und zum Ort können laut Kressbach Wertschätzung ausdrücken.

Auch ein klassischer Gruss sei nicht zwingend erforderlich. Je nach Anlass könne ein Wunsch den Abschluss übernehmen. «Schöne Ferien!», «Alles Gute», «Frohe Ostern» oder «Viel Erfolg» sind laut Kressbach heute ebenfalls akzeptierte Möglichkeiten.