Viele Mückenschutzmittel bringen kaum etwas – diese Produkte überzeugen im Test
Mücken lassen sich längst nicht mit jedem Mittel zuverlässig fernhalten. Das zeigt eine Untersuchung des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) für «Kassensturz». Zwölf Produkte mussten sich unter kontrollierten Bedingungen bewähren. Besonders wirksam waren zwei Mittel mit Insektizid sowie zwei Sprays für die Haut.
Diese vier Mückenschutzmittel schneiden sehr gut ab
Für den Versuch kamen 30 hungrige Tigermücken in einen knapp 20 Quadratmeter grossen Testraum. Dort herrschten 27 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Die Testpersonen hielten sich jeweils fünf Minuten im Raum auf und erfassten, wie häufig Mücken auf ihrem exponierten Unterarm landeten. Ohne Schutz wurden mehr als 150 Landungen gezählt.
An der Spitze lagen die Mücken-Spiralen von Neocid Expert und der Mückenstopp-Stecker von Optimum. Beide enthalten den Wirkstoff Prallethrin und verringerten die Zahl der Landungen um mehr als 99 Prozent. Bei Neocid Expert wurde keine einzige registriert, bei Optimum waren es im Durchschnitt 0,3. Beide erhielten das Gesamturteil «sehr gut».
Auf demselben Niveau lagen Anti-Brumm Forte und der Anti-Pique-Spray von Puressentiel. Die beiden Hautsprays wurden als Vergleichsprodukte einbezogen, da ihre gute Wirksamkeit bereits aus früheren Vergleichen bekannt war. Bei beiden wurden im Versuch keine Mückenlandungen registriert.
Mit der Bewertung «gut» folgte der Mückenstopp-Stecker von Finito. Durchschnittlich wurden fünf Landungen gezählt. Das entspricht einer Reduktion von rund 80 Prozent.
UV-Lampen und ätherische Öle überzeugen nicht
Deutlich schlechter sah es bei den getesteten Lichtfallen aus. Die Produkte von Ohmex und Raid boten keinen Schutz. Die Geräte von Starlyf und Swissinno erzielten lediglich eine geringe Wirkung.
Der Grund dafür liegt darin, wie Stechmücken Menschen aufspüren. Laut Testleiter Tobias Suter spielen dabei vor allem das ausgeatmete CO₂, die Körperwärme und der Hautgeruch eine Rolle. UV-Licht ist für die Tiere im Vergleich dazu wenig attraktiv.
Auch Mittel mit ätherischen Ölen blieben hinter den insektizidhaltigen Produkten zurück. Die Essenzspirale von Finito green erreichte nur eine geringe Schutzwirkung. Beim Essenzstecker derselben Marke stellte der Test keinen Schutz fest.
Mehrere Hersteller kritisierten allerdings die Versuchsbedingungen. Ohmex und Raid stellten infrage, ob die Testanlage die vorgesehene Funktionsweise ihrer Produkte angemessen abbilde. Balthasar hielt den Versuchsaufbau für die beiden getesteten Produkte mit ätherischen Ölen für ungeeignet. Swissinno wies darauf hin, dass sein Gerät als ergänzende Massnahme für Innenräume mit geringem Mückenaufkommen vorgesehen sei und dauerhaft betrieben werden könne.
Auch Ultraschall hält Mücken nicht fern
Keinen Nutzen zeigte das untersuchte Ultraschallgerät. Laut Mückenforscher Tobias Suter können Stechmücken zwar hören, ihre Hörorgane sind jedoch auf tiefere Frequenzen ausgerichtet. Die hohen Töne eines solchen Geräts können sie demnach nicht wahrnehmen.
Wie gross die Unterschiede zwischen den Produkten ausfielen, zeigen auch die Messwerte am unteren Ende der Rangliste. Beim Chicco-Insektenabwehrmittel wurden im Durchschnitt 161 Landungen erfasst. Bei der Lichtfalle von Raid waren es 123, bei der Anti-Mücken-Lampe von Ohmex sogar 206.
Mückennetz und Ventilator als Alternative
Für Mückenschutz braucht es nicht zwingend chemische Wirkstoffe. Suter nennt auch mechanische Massnahmen, die Abhilfe schaffen können. Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern, dass die Tiere ins Haus gelangen. Über dem Bett kann ein Mückennetz vor Stichen schützen.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Ventilator. Wird die Luft über das Bett geblasen, erschwert dies den Mücken das Landen. Wer auf Wirkstoffe verzichten möchte, kann damit auf einfache Schutzmassnahmen zurückgreifen.