Swiss-Passagiere starten in Zürich – in London kommen sie ohne Gepäck an
Eigentlich sollen die 139 Passagierinnen und Passagiere des Swiss-Flugs LX430 am Montagmorgen ganz normal von Zürich nach London-Gatwick fliegen. Doch aus der kurzen Reise wird ein deutlich längeres Abenteuer. Der Airbus A220-300 startet um 7.59 Uhr am Flughafen Zürich. Als sich das Flugzeug in einer Höhe von rund 11'400 Metern in der Nähe der französischen Stadt Amiens befindet, dreht die Maschine plötzlich ab.
Defekte Feuerlöschflasche zwingt Swiss-Flug zur Umleitung
Die Crew stellt während des Fluges einen Defekt an einer Feuerlöschflasche im Frachtraum fest. Die Flasche ist dafür vorgesehen, im Falle eines Brandes im Frachtraum das Feuer zu löschen. Für die Crew ist deshalb klar: Der Flug kann nicht einfach wie geplant nach London fortgesetzt werden.
«Sicherheit hat bei Swiss oberste Priorität – deshalb entschied die Crew, den Flug nach Paris umzuleiten und dort den nächstgelegenen geeigneten Flughafen anzusteuern», erklärt Swiss-Mediensprecher Remo Müller gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Um 9.29 Uhr landet die Maschine in Paris. Doch dort entsteht das nächste Problem.
Sämtliches Gepäck bleibt in Paris zurück
Die defekte Feuerlöschflasche wird in Paris nicht repariert. Stattdessen entscheidet sich Swiss für eine ungewöhnliche Lösung. Das gesamte aufgegebene Gepäck wird aus dem Frachtraum geholt.
Der Grund: Befindet sich kein Gepäck mehr im Frachtraum, besteht dort auch keine entsprechende Brandlast durch die transportierten Koffer. Damit kann die Maschine ohne die betroffene Feuerlöschfunktion für den Frachtraum weiterfliegen. Um 11.45 Uhr hebt der Airbus deshalb erneut ab.
An Bord befinden sich weiterhin alle 139 Passagierinnen und Passagiere – ihre aufgegebenen Koffer bleiben allerdings in Paris zurück. Rund drei Stunden später als ursprünglich geplant erreicht LX430 schliesslich London-Gatwick.
Swiss will die zurückgelassenen Koffer so schnell wie möglich nach London bringen und die betroffenen Passagiere über die weitere Zustellung informieren.
Auch der Rückflug nach Zürich fällt aus
Die Folgen des technischen Problems beschränken sich nicht auf die Passagiere des Hinflugs. Der geplante Rückflug LX431 von London-Gatwick nach Zürich muss aufgrund der Verzögerungen annulliert werden. Davon sind weitere 92 Passagierinnen und Passagiere betroffen.
Nach Angaben von Swiss wurden diese bereits auf andere Verbindungen umgebucht.
Für die 139 Reisenden aus Zürich endet eine ungewöhnliche Reise dagegen zumindest am richtigen Flughafen – wenn auch rund drei Stunden später und zunächst ohne ihre Koffer.
Start am Zürcher Flughafen: Swiss-Passagiere wachen in Dublin statt in Boston auf
