Sonnenfinsternis Brille kaufen: Wo es heute noch möglich ist
Heute, am 12. August 2026, ist über der Schweiz eine aussergewöhnliche partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Je nach Standort werden bis zu 93 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt. Wer das Ereignis direkt verfolgen möchte, benötigt dafür eine geeignete Sonnenfinsternis-Brille. Doch genau diese sind am Tag der Finsternis nur noch schwer zu bekommen.
Sonnenfinsternis: Wo kann man noch Brillen kaufen?
Bereits Anfang August zeigte sich bei einer Umfrage von Keystone-SDA, dass die Auswahl im Schweizer Detailhandel sehr begrenzt war. Migros und Coop sowie Jumbo, Fust und Interdiscount führten zu diesem Zeitpunkt keine Sonnenfinsternis-Brillen. Auch bei Aldi Suisse waren keine entsprechenden Schutzbrillen erhältlich. Sonnenfinsternis-Brillen gab es online unter anderem bei Amazon und Digitec Galaxus. Bei Galaxus waren günstigere Varianten zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits ausverkauft, neuer Nachschub wurde erst gegen Ende August erwartet. Für eine Bestellung am Tag der Sonnenfinsternis kommt zudem hinzu, dass die Brille rechtzeitig vor dem Ereignis eintreffen müsste.
Eine der verbleibenden Möglichkeiten ist der Gang zu einem Optikfachgeschäft. Viele Optiker in der Schweiz hatten sich bereits Monate im Voraus mit Schutzbrillen eingedeckt. Allerdings war auch dort die Nachfrage gross. Ein speziell für Mitglieder von Optikschweiz produzierter Bestand war bereits Tage vor dem Ereignis vollständig verkauft. Wer heute noch eine Sonnenfinsternis-Brille sucht, kann deshalb bei Optikern in der Umgebung nach Restbeständen fragen. Eine Garantie, dass noch Brillen verfügbar sind, gibt es nicht.
Online-Angebote und Inserate: Vorsicht beim Kauf
Eine kurzfristige Möglichkeit können private Anzeigen wie bei tutti.ch sein. Privatpersonen bieten dort Brillen an. Dabei ist jedoch Vorsicht angebracht. Teilweise werden deutlich erhöhte Preise verlangt. Um Betrugsrisiken zu reduzieren, sollte eine Brille nach Möglichkeit persönlich abgeholt und nicht im Voraus bezahlt werden. Die Brille sollte nach ISO 12312–2:2015 zertifiziert sein und ein CE-Zeichen tragen. Bei Kratzern oder anderen Beschädigungen kann eine Gefährdung der Augen nicht ausgeschlossen werden.
Sternwarten können eine Alternative sein
Astronomische Einrichtungen bieten teilweise organisierte Beobachtungen an. Wer keine eigene Schutzbrille mehr findet, kann sich deshalb bei einer Sternwarte in der Region erkundigen, ob eine öffentliche Beobachtung stattfindet und welche Schutzmöglichkeiten vor Ort angeboten werden. Bei einzelnen Standorten, wie etwa der Sternwarte Eschenberg in Winterthur, sind auch Sonnenfinsternis-Brillen vor Ort verfügbar (allerdings nicht zum Verkauf). Eine Liste der Sternwarten und Planetarien in der Schweiz gibt es hier auf dieser Webseite. Wer keine eigene Schutzbrille mehr findet, kann sich auch nach organisierten Beobachtungsmöglichkeiten oder Events in der Region erkundigen. Beim 5-Tage Berglauf-Cup werden zum Beispiel um 19.45 Uhr unterhalb der Gastwirtschaft-Terrasse Rosinli im Zürcher Oberland Sonnenfinsternis Brillen verteilt.
Darauf sollte man bei einer Sonnenfinsternis-Brille achten
Entscheidend ist nicht nur, ob überhaupt noch eine Brille erhältlich ist. Sie muss auch für die Sonnenbeobachtung geeignet sein. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Sonnenfinsternis-Brillen, die nach ISO 12312–2:2015 zertifiziert sind und ein CE-Zeichen tragen. Vor der Verwendung sollte die Brille ausserdem auf Kratzer und andere Beschädigungen kontrolliert werden.
Normale Sonnenbrillen sind kein Ersatz. Auch getönte Folien, geschwärztes Glas, CDs und andere improvisierte Filter bieten keinen ausreichenden Schutz. Besondere Vorsicht ist bei Kameras, Ferngläsern und Teleskopen erforderlich. Sie bündeln das Sonnenlicht und dürfen für die direkte Beobachtung nur mit geeigneten Sonnenfiltern verwendet werden, die vor dem Objektiv angebracht sind.
Keine Brille gefunden? Sonnenfinsternis mit Lochkamera beobachten
Wer heute keine Sonnenfinsternis-Brille mehr kaufen kann, muss auf das Himmelsspektakel nicht vollständig verzichten. Eine sichere Alternative ist die indirekte Beobachtung mit einer Lochkamera beziehungsweise einem Lochprojektor. Hier gibt es eine Anleitung, wie man diese in wenigen Minuten selber bauen kann.