Schweizer Pass rutscht im Ranking auf Rang neun ab – in Europa nur Platz 13 | Südostschweiz
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Schweizer Pass rutscht im Ranking auf Rang neun ab – in Europa nur Platz 13
Mit dem Schweizer Pass lässt sich weiterhin bequem um die Welt reisen. Ein neues Ranking zeigt jedoch: International fällt das Reisedokument zurück – und in Europa liegen zwölf Länder vor der Schweiz.
Der Schweizer Pass zählt weiterhin zu den stärksten Reisedokumenten der Welt. Im aktuellen «Global Passport Ranking» der Plattform Passport Reports erreicht die Schweiz allerdings nur noch den neunten Platz. Im Vorjahr hatte sie in derselben Rangliste noch Rang sieben belegt. Noch deutlicher fällt der Vergleich innerhalb Europas aus: Unter den 47 untersuchten europäischen Staaten reicht es für den Schweizer Pass lediglich zu Platz 13.
119 Destinationen sind ohne Visum erreichbar
Insgesamt untersucht Passport Reports die Einreisebestimmungen von 198 Reisezielen. Schweizer Staatsangehörige können demnach in 119 Länder einreisen, ohne vor der Reise ein Visum beantragen zu müssen.
Zu den visafreien Destinationen zählen praktisch alle europäischen Länder. Auch beliebte Reiseziele wie Japan, Thailand, Singapur, Mexiko, Brasilien, Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate sind in dieser Kategorie aufgeführt.
In einigen Ländern müssen Reisende trotz Visafreiheit zusätzliche Vorgaben beachten. Dazu können eine digitale Einreisekarte, eine Touristenregistrierung, eine festgelegte maximale Aufenthaltsdauer oder der Nachweis eines Rück- beziehungsweise Weiterflugs gehören.
Visafrei bedeutet deshalb nicht, dass Reisende ohne jede Vorbereitung und ohne Kontrolle einreisen dürfen. Die endgültige Entscheidung trifft weiterhin die zuständige Grenzbehörde.
Für die USA, Kanada und Grossbritannien braucht es eine Genehmigung
Bei elf weiteren Destinationen müssen Schweizer Reisende vor der Abreise eine elektronische Reisegenehmigung beantragen. Dazu gehören unter anderem die USA, Kanada, Grossbritannien, Neuseeland und Israel.
Diese Genehmigungen gelten nicht als klassisches Visum. Sie müssen aber in der Regel vor dem Abflug online beantragt werden und sind teilweise kostenpflichtig. Ohne gültige Genehmigung kann bereits die Fluggesellschaft die Beförderung verweigern.
Für Reisen in die USA ist beispielsweise eine ESTA-Genehmigung notwendig. Kanada verlangt bei Flugreisen eine eTA. Auch Grossbritannien hat eine elektronische Einreisegenehmigung eingeführt.
Wer eine Reise plant, sollte sich deshalb nicht allein auf die Bezeichnung «visafrei» verlassen, sondern die aktuellen Bestimmungen des Ziellandes überprüfen.
In 43 Ländern gibt es das Visum bei der Ankunft
In weiteren 43 Staaten können Schweizerinnen und Schweizer das benötigte Visum direkt bei der Einreise erhalten. Teilweise steht zusätzlich ein elektronisches Visum zur Verfügung.
In diese Kategorie fallen laut Passport Reports unter anderem Ägypten, Indien, Indonesien, Jordanien, die Malediven, Nepal, Saudi-Arabien und Tansania.
Die Bedingungen unterscheiden sich allerdings erheblich. Je nach Land können Gebühren, Passfotos, bestimmte Zahlungsmittel, eine Hotelbuchung oder ein Nachweis über die Weiterreise verlangt werden. Auch die erlaubte Aufenthaltsdauer ist nicht überall gleich.
Für diese Länder ist weiterhin ein Visum erforderlich
Für 25 Destinationen müssen Schweizer Reisende nach Angaben des Rankings vorab ein Visum oder ein vergleichbares Einreisedokument beantragen.
Aufgeführt werden unter anderem Afghanistan, Algerien, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Eritrea, Ghana, Iran, Irak, Liberia, Libyen, Mali, Myanmar, Nordkorea, Pakistan, Sudan, Turkmenistan und Jemen.
Unter den Ländern mit Visumpflicht befinden sich auch Staaten, für die ein elektronisches Visum angeboten wird. Dieses muss jedoch im Unterschied zu einem Visum bei der Ankunft bereits vor Reisebeginn beantragt und bewilligt werden.
Zwölf europäische Länder liegen vor der Schweiz
Im europäischen Vergleich belegt die Schweiz Rang 13. Vor ihr liegen Spanien, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Dänemark, Finnland, Deutschland, Italien, die Niederlande, Schweden, Griechenland und Portugal.
Die Spitzenposition im weltweiten Ranking nehmen die Vereinigten Arabischen Emirate ein. Dahinter folgen Singapur und Spanien. Die Schweiz teilt sich den neunten Rang mit Portugal.
Der sogenannte Mobilitätswert des Schweizer Passes liegt bei 173. Dafür werden die 119 visafreien Ziele, 43 Visa bei der Ankunft und elf elektronische Reisegenehmigungen zusammengerechnet. Insgesamt sind damit 87,4 Prozent der untersuchten Destinationen ohne ein klassisches, vorab beantragtes Visum erreichbar.
Darum unterscheiden sich Pass-Rankings
Die Platzierung gilt nur für das Ranking von Passport Reports. Andere bekannte Vergleiche können den Schweizer Pass auf einer anderen Position führen.
Der Grund liegt in der jeweiligen Methodik. Passport Reports unterscheidet zwischen vollständig visafreier Einreise, Visa bei der Ankunft und elektronischen Reisegenehmigungen. Bei gleicher Gesamtpunktzahl entscheidet zunächst die Zahl der tatsächlich visafreien Ziele über die Platzierung.
Andere Indizes verwenden teilweise mehr Reiseziele, andere Datenquellen oder zählen Visa bei der Ankunft und elektronische Genehmigungen anders. Die Aussage «Rang neun» sollte deshalb immer zusammen mit dem Namen des untersuchten Rankings genannt werden.
Unabhängig von der konkreten Platzierung bleibt der Schweizer Pass ein ausgesprochen starkes Reisedokument. Der Rückgang von Rang 7 auf Rang 9 zeigt jedoch, dass andere Staaten ihren visafreien Zugang zuletzt stärker ausbauen konnten.