Schweinekrankheit in der Schweiz: Rund 1500 Tiere und ihre Ferkel betroffen
Die Schweizer Veterinärbehörden wollen die weitere Ausbreitung der Enzootischen Pneumonie bei Schweinen verhindern. Deshalb müssen die Bestände von 20 Zuchtbetrieben vollständig geräumt werden. Betroffen sind rund 1500 Zuchtschweine sowie deren Ferkel. Wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mitteilt, werden die Tiere nach Möglichkeit geschlachtet. Ist dies nicht möglich, sollen sie tierschutzkonform getötet werden.
Auch Mastbetriebe in Graubünden betroffen
Die 20 zu räumenden Zuchtbetriebe befinden sich in den Kantonen Bern, Luzern, Solothurn, Schwyz, Thurgau und Waadt. Besonders stark betroffen ist Luzern: Dort wurde der Erreger bislang in elf Zuchtbetrieben nachgewiesen.
Zusätzlich gelten für 40 Mastbetriebe in 14 Kantonen bis auf Weiteres Tierverkehrssperren. Zu diesen Kantonen gehört auch Graubünden. Wie viele Bündner Betriebe konkret betroffen sind und ob dort bereits eine Infektion nachgewiesen wurde, geht aus der Behördenmitteilung nicht hervor.
Die Sperren sollen verhindern, dass Schweine zwischen den Betrieben verschoben und weitere Bestände angesteckt werden. Sie bleiben bestehen, bis eine Infektion ausgeschlossen oder der jeweilige Bestand vollständig geräumt werden konnte.
Weshalb alle Tiere aus den Betrieben wegmüssen
Ausgebrochen ist die Krankheit in einem sogenannten Schweinering. In einem solchen Produktionsverbund liefern Zuchtbetriebe Tiere an verschiedene Mastbetriebe. Durch diesen regelmässigen Austausch besteht ein erhöhtes Risiko, dass der Erreger in weitere Bestände gelangt.
Eine teilweise Sanierung reicht nach Einschätzung der Veterinärbehörden nicht aus. Es könne sonst nicht sichergestellt werden, dass der Erreger vollständig aus den betroffenen Beständen verschwindet. Mit der Räumung sollen die Infektionsketten unterbrochen und weitere Schweinehaltungen geschützt werden.