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Panorama

Sarah Khalifa: Todesstrafe für TV-Moderatorin – Was wird ihr vorgeworfen?

Ein Gericht in Kairo hat die bekannte Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa und elf weitere Angeklagte zum Tod durch Erhängen verurteilt. Was ist zu den Hintergründen bekannt?
David Hahn

Die ägyptische TV-Moderatorin Sarah Khalifa ist in einem grossen Drogenprozess zum Tod verurteilt worden. Das Gericht befand sie und elf weitere Angeklagte für schuldig. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, Teil einer kriminellen Organisation gewesen zu sein, die Ausgangsstoffe für synthetische Drogen aus dem Ausland beschaffte und die hergestellten Substanzen in den Handel brachte Khalifa bestreitet eine Beteiligung. Ihr Anwalt will gegen das Urteil vorgehen.

Warum wurde Sarah Khalifa zum Tode verurteilt?

Insgesamt standen 28 Personen vor Gericht. Zwölf von ihnen wurden zum Tod verurteilt, neun erhielten lebenslange Freiheitsstrafen, sieben wurden freigesprochen. Die zum Tod Verurteilten wurden zudem mit jeweils 500'000 ägyptischen Pfund gebüsst.

Die mutmassliche Organisation soll arbeitsteilig vorgegangen sein. Laut Staatsanwaltschaft waren verschiedene Beteiligte für die Beschaffung, Herstellung, Lagerung und den Vertrieb zuständig. Im Verlauf der Ermittlungen wurden mehr als 750 Kilogramm Drogen und Rohstoffe sichergestellt.

Die Anklage stützte sich auf die Aussagen von 20 Zeugen sowie auf digitale Beweismittel, darunter Nachrichten, Fotos und Videos. Den Beschuldigten wurde zudem der Besitz nicht lizenzierter Schusswaffen und Munition vorgeworfen.

Welche Rolle Sarah Khalifa gespielt haben soll

Die Staatsanwaltschaft wirft Khalifa vor, Teile der Operation finanziert zu haben. Sie soll zudem ins Ausland gereist sein, um sich mit führenden Mitgliedern des Netzwerks zu treffen, und als Verbindung zu Beteiligten in Ägypten fungiert haben.

Auch Daten von Khalifas Mobiltelefon spielten im Verfahren eine Rolle. Ermittler fanden demnach WhatsApp-Nachrichten mit Videos von Substanzen, die den beschlagnahmten Materialien ähnelten, sowie Kommunikation mit anderen mutmasslichen Mitgliedern des Netzwerks.

Eine Handschriftenanalyse kam ausserdem zum Schluss, dass Khalifa Einträge in einem beschlagnahmten Notizbuch verfasst hatte. Darin waren Namen, Zahlen und Beträge vermerkt, die laut Staatsanwaltschaft mit Ausgaben für die Drogenoperation zusammenhingen.

Khalifa bestreitet die Anschuldigungen. Laut BBC, das sich auf die staatliche Zeitung Akhbar al-Youm beruft, erklärte Khalifa vor Gericht, sie habe nie Drogen gesehen, bis sie in den Räumen der Anti-Drogen-Behörde damit fotografiert worden sei.

Bekannt als TV-Moderatorin und Unternehmerin

Khalifa ist in Ägypten als Fernsehmoderatorin bekannt. Zu ihren Sendungen gehört das Kriminalformat «Mission Impossible». CNN berichtet zudem, dass sie gemeinsam mit dem Musiker Hamo Bika eine Unterhaltungssendung moderierte.

Neben ihrer Arbeit im Fernsehen ist Khalifa geschäftlich tätig. Laut CNN betreibt sie eine Schönheitsklinik. Euronews berichtet ausserdem von einem Unternehmen im Veranstaltungsbereich. Auf Instagram folgen ihr nach Angaben von CNN rund 2,5 Millionen Menschen.

Auch Khalifas Bruder Mohamed gehört zu den zwölf Personen, die zum Tod verurteilt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, an der Herstellung und Erprobung der Drogen beteiligt gewesen zu sein.

Anwalt will Todesurteil anfechten

Das Urteil kann noch angefochten werden. Khalifas Anwalt Mohamed El-Gendy kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen und die verfügbaren Rechtsmittel auszuschöpfen. Dabei kann die Verurteilung in weiteren Instanzen überprüft werden, auch eine Befassung des ägyptischen Kassationsgerichts ist möglich.

Vor der Verhängung der Todesstrafe wurde der Fall dem ägyptischen Grossmufti zur Stellungnahme vorgelegt. Dieser Schritt ist bei Todesurteilen vorgeschrieben. Die Einschätzung des Grossmuftis ist laut Euronews beratend und für das Gericht nicht bindend.

Ägypten sieht die Todesstrafe auch für schwere Drogendelikte vor. Nach von BBC und CNN zitierten Zahlen von Amnesty International wurden im Land 2025 insgesamt 492 Todesurteile ausgesprochen und 23 Hinrichtungen vollstreckt. Amnesty kritisiert den Einsatz der Todesstrafe bei Straftaten, bei denen keine vorsätzliche Tötung vorliegt.

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