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Panorama

Mit diesem Lohn gehörst du in der Schweiz zum Mittelstand

Arm, reich oder irgendwo dazwischen? Neue Zahlen des Bundes zeigen, ab welchem Einkommen man in der Schweiz zum Mittelstand zählt – und wann man bereits zur oberen Mitte gehört.
Nikola Brankovic
heute um 14:09 Uhr

Die Schweiz gilt als Land mit einem breiten Mittelstand. Doch wo beginnt die Mittelschicht eigentlich – und ab welchem Einkommen gehört man nicht mehr dazu? Das Bundesamt für Statistik (BFS) zieht dafür klare Grenzen. Die aktuellsten verfügbaren Zahlen zeigen Folgendes:

Was bedeutet Mittelstand in der Schweiz überhaupt?

Wer sich selbst zum Mittelstand zählt, macht das häufig anhand seines Lebensstils: Wohnung oder Eigenheim, Auto, Ferien und am Monatsende noch etwas Geld zum Sparen. Statistisch funktioniert die Einteilung anders.

Das BFS zählt Personen zur mittleren Einkommensgruppe, wenn ihr Bruttoäquivalenzeinkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medians liegt. Wer darunter liegt, wird als einkommensschwach eingestuft. Wer mehr als 150 Prozent des Medians erreicht, zählt zur einkommensstarken Gruppe.

Der Median lag in den für die aktuelle BFS-Auswertung verwendeten Daten von 2023 bei 6041 Franken pro Monat für eine alleinlebende Person. Das bedeutet: Die eine Hälfte liegt mit ihrem Einkommen darunter, die andere darüber. Anders als beim Durchschnitt können einzelne extrem hohe Einkommen den Median nicht nach oben verzerren. Das BFS unterscheidet innerhalb des Mittelstands deshalb noch einmal:

  • Untere Mitte: Alleinlebende mit 4228 bis 6041 Franken brutto pro Monat
  • Obere Mitte: Alleinlebende mit mehr als 6041 bis 9061 Franken
  • Einkommensschwach: weniger als 4228 Franken
  • Einkommensstark: mehr als 9061 Franken

Bei Paaren mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die Grenze zwischen unterer und oberer Mitte bei einem gemeinsamen Bruttohaushaltseinkommen von 12'685 Franken monatlich.

So viel müssen Familien verdienen, um zum Mittelstand zu gehören

Entscheidend ist nämlich nicht allein die Zahl auf dem eigenen Lohnausweis. Das BFS berücksichtigt die Grösse und Zusammensetzung eines Haushalts.

Das hat einen einfachen Grund: Eine vierköpfige Familie benötigt für einen vergleichbaren Lebensstandard mehr Geld als eine alleinlebende Person. Gleichzeitig sind ihre Kosten aber nicht viermal so hoch – beispielsweise werden Wohnung, Internet oder ein Auto gemeinsam genutzt. Genau diesen Effekt berücksichtigt die sogenannte Äquivalenzgewichtung.

Für ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren ergeben sich deshalb folgende Grenzen:

EinkommensgruppeBrutto-Haushaltseinkommen pro Monat
Einkommensschwach unter 8880 Franken
Untere Mitte8880 – 12685 Franken
Obere Mitteüber 12685 bis 19028 Franken
Einkommensstarküber 19028 Franken
Einkommensgruppen für ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren

Mehr als die Hälfte der Schweiz gehört zum Mittelstand

Nach der BFS-Definition gehörten 2023 insgesamt 55,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zur mittleren Einkommensgruppe. Dabei entfielen 25,6 Prozent auf die untere Mitte und 29,5 Prozent auf die obere Mitte. Weitere 24,4 Prozent galten als einkommensschwach und 20,4 Prozent als einkommensstark.

Interessant ist auch der Blick zurück: Trotz Diskussionen über einen schrumpfenden Mittelstand hat sich dessen Anteil langfristig erstaunlich wenig verändert.

1998 bis 2023 blieb der Anteil laut BFS weitgehend stabil. Seinen Höchststand erreichte er 2009 mit 61,3 Prozent, den Tiefpunkt 2018 mit 54,4 Prozent. Einen statistisch signifikanten langfristigen Rückgang stellt das BFS nicht fest.

Mittelstand bedeutet nicht automatisch finanzielle Sicherheit

Zur Mittelschicht zu gehören bedeutet allerdings nicht, dass am Monatsende automatisch viel Geld übrig bleibt.

Gerade in der unteren Mitte geraten Haushalte zunehmend unter Druck. Nach den jüngsten BFS-Daten mussten 2024 10,5 Prozent dieser Gruppe mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnkosten aufbringen. In der oberen Mitte waren es lediglich 3,5 Prozent.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei unerwarteten Rechnungen: Jede vierte Person aus der unteren Mitte lebte in einem Haushalt, der eine unerwartete Ausgabe von 2500 Franken nicht aus eigenen Mitteln bezahlen konnte. In der oberen Mitte waren es 10,9 Prozent.

Das zeigt: Wer statistisch zum Schweizer Mittelstand gehört, muss sich deshalb noch lange nicht wohlhabend fühlen.

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