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Panorama

Migros und Coop räumen ihre Regale um: Diese bekannten Marken verschwinden

Migros und Coop bauen ihre Eigenmarken um. Bekannte Namen verschwinden aus den Regalen – doch viele Produkte bleiben. Das müssen Kundinnen und Kunden wissen.
Nikola Brankovic
heute um 13:54 Uhr

Wer regelmässig bei Migros oder Coop einkauft, könnte in den kommenden Monaten einige bekannte Verpackungen vergeblich suchen. Die beiden Detailhandelsriesen räumen bei ihren Eigenmarken auf. Doch nicht jedes Produkt, dessen bisheriger Name verschwindet, wird tatsächlich aus dem Sortiment genommen.

Migros will rund 50 Eigenmarken streichen

Bei Migros fällt der Umbau besonders gross aus. Aktuell führt der Detailhändler mehr als 150 Eigenmarken. Bis 2030 soll deren Zahl auf rund 100 sinken. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Drittel der bisherigen Produkte aus den Regalen verschwindet.

Migros will verschiedene Produktlinien unter der Dachmarke «Migros» zusammenführen. Konkret nennt das Unternehmen unter anderem M-Classic und «oh!». Produkte dieser Linien können künftig unter der Marke Migros und in einem neuen Verpackungsdesign verkauft werden.

Für Kundinnen und Kunden kann ein gewohntes Produkt im Regal deshalb künftig anders aussehen, obwohl es weiterhin angeboten wird.

Migros begründet die Strategie damit, den Einkauf übersichtlicher machen zu wollen. Weniger unterschiedliche Eigenmarken sollen Kundinnen und Kunden die Orientierung erleichtern.

Auch bei M-Budget verschwinden Produkte

Besonders interessant ist die Entwicklung bei der wohl bekanntesten Migros-Billigmarke: M-Budget. Hier geht es nicht ausschliesslich um einen neuen Namen.

Das Sortiment wurde laut SRF bereits von rund 700 auf etwa 500 Artikel reduziert. Migros erklärte auf Anfrage des Senders, die Auswahl werde weiter gestrafft. Betroffen seien vor allem Produkte, bei denen die Nachfrage gering sei.

Welche einzelnen Artikel künftig zusätzlich aus dem Sortiment genommen werden, hat Migros bislang nicht vollständig öffentlich aufgelistet.

Ein Teil der bisherigen M-Budget-Produkte bleibt dagegen erhalten, verliert aber das bekannte grüne Erscheinungsbild. Migros will einige davon künftig unter der Dachmarke «Migros» anbieten.

Nach Angaben des Unternehmens sollen diese Artikel trotz des neuen Auftritts weiterhin zum gewohnt günstigen M-Budget-Preis erhältlich sein.

Diese bekannten Migros-Marken verändern sich

Für Kundinnen und Kunden lässt sich der Umbau bislang so zusammenfassen:

  • M-Classic: wird teilweise in die Dachmarke «Migros» überführt
  • oh!: wird teilweise in «Migros» integriert
  • M-Budget: Sortiment wird verkleinert, einige Marken wechseln zu «Migros»
  • Frey: bleibt bestehen
  • Farmer: bleibt bestehen
  • Blévita: bleibt bestehen

Migros stellt ausdrücklich klar, dass bekannte Marken wie Frey, Farmer und Blévita nicht abgeschafft werden. Bei beliebten Produkten, deren Verpackung oder Markenname sich verändert, will Migros während einer Übergangsphase zudem Hinweise anbringen. Kundinnen und Kunden sollen ihre bisherigen Produkte dadurch leichter wiedererkennen.

Coop lässt Qualité & Prix verschwinden

Auch Konkurrent Coop baut seine Eigenmarken um.

Besonders auffällig ist das bei Qualité & Prix. Die jahrzehntealte Eigenmarke im mittleren Preissegment soll vollständig verschwinden.

Nach Angaben von SRF soll die Umstellung innerhalb von zwei Jahren erfolgen. In einzelnen Filialen war der Name Qualité & Prix bereits im Frühjahr 2026 weitgehend aus den Regalen verschwunden.

Für Kundinnen und Kunden gibt es dabei allerdings eine wichtige Einschränkung:

Die Produkte selbst werden nicht automatisch gestrichen.

Stattdessen werden sie unter der Marke Coop weitergeführt und erhalten neue Verpackungen. Von der Umstellung sind Tausende Artikel betroffen.

Coop stärkt damit seinen eigenen Namen als Dachmarke und reduziert die Zahl unterschiedlicher Markenauftritte.

Prix Garantie bleibt bei Coop erhalten

Wer beim Einkauf gezielt nach den günstigen Prix-Garantie-Produkten sucht, muss dagegen vorerst keine vollständige Abschaffung befürchten.

Die auffällige pinkfarbene Billigmarke Prix Garantie bleibt bestehen.

Damit verfolgt Coop eine ähnliche, aber nicht identische Strategie wie Migros: Während Qualité & Prix verschwindet, hält Coop an seiner eigentlichen Tiefpreislinie fest.

Auch Migros schafft M-Budget nicht vollständig ab. Das Sortiment wurde allerdings bereits deutlich verkleinert und soll weiter überprüft werden.

Warum Migros und Coop ihre Marken reduzieren

Hinter dem Umbau steckt auch der verschärfte Wettbewerb im Schweizer Detailhandel.

Discounter wie Aldi und Lidl haben in den vergangenen Jahren Marktanteile gewonnen. Gleichzeitig setzen Migros und Coop verstärkt auf Tiefpreise und wechselnde Aktionen.

SRF beobachtete bei einem Filialvergleich im April, dass die klassischen Billigmarken dadurch teilweise weniger dominant auftreten. Bei Migros fallen beispielsweise die gelben Tiefpreiskennzeichnungen stärker auf, während M-Budget weniger präsent ist.

Die Händler können mit einzelnen Preisaktionen flexibler auf die Konkurrenz reagieren, als wenn günstige Preise ausschliesslich an eine bestimmte Billigmarke gekoppelt sind.

Nicht jede verschwundene Verpackung bedeutet das Aus für das Produkt

Für Kundinnen und Kunden dürfte der Umbau zunächst vor allem eines bedeuten: Gewohnte Produkte können plötzlich anders heissen oder anders aussehen.

Bei Coop verschwindet mit Qualité & Prix tatsächlich ein bekannter Markenname. Bei Migros werden unter anderem M-Classic und «oh!» teilweise unter der Dachmarke Migros zusammengeführt. Gleichzeitig wird das Sortiment von M-Budget verkleinert.

Ein fehlendes Logo bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das Lieblingsprodukt nicht mehr verkauft wird.