Kurzprogramm oder Eco? So wäschst du wirklich sparsamer
Die Waschmaschine läuft mehrere Stunden und soll dabei Strom sparen? Das wirkt zunächst widersprüchlich. Doch die Dauer eines Waschgangs allein sagt wenig darüber aus, wie viel Energie tatsächlich benötigt wird. Wer möglichst sparsam waschen möchte, sollte deshalb nicht automatisch zum kürzesten Programm greifen.
Eco 40–60 wird für normale Wäsche empfohlen
Bei neueren Waschmaschinen spielt das Programm Eco 40–60 eine besondere Rolle. Es ist das Standardprogramm, auf dessen Grundlage die Angaben der Energieetikette ermittelt werden. Vorgesehen ist es für normal verschmutzte Baumwollwäsche, die laut Pflegehinweis bei 40 oder 60 °C gewaschen werden kann.
Laut EnergieSchweiz und dem Bundesamt für Energie (BFE) spart Eco 40–60 Strom und Wasser und erfüllt gleichzeitig die vorgeschriebenen Reinigungsanforderungen. Ein solcher Waschgang kann trotzdem mehrere Stunden dauern. Bei einer Waschmaschine mit acht Kilogramm Fassungsvermögen darf das Programm beispielsweise bis zu 218 Minuten laufen.
Eine lange Programmdauer ist damit nicht automatisch ein Zeichen für hohen Verbrauch. Entscheidend ist, wie das jeweilige Programm arbeitet.
Kurzprogramme sparen vor allem Zeit
Ein Kurzprogramm verfolgt in erster Linie ein anderes Ziel: Die Wäsche soll schneller fertig sein. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der Waschgang auch weniger Strom benötigt. Wie hoch der Verbrauch ausfällt, hängt von der Maschine und dem gewählten Programm ab.
Wer zwischen Kurz- und Eco-Programm entscheidet, sollte deshalb nicht allein auf die Programmdauer schauen. Für normal verschmutzte Baumwollwäsche, die dafür geeignet ist, bietet sich Eco 40–60 an. Das BFE hält ausdrücklich fest, dass dieses Programm Strom und Wasser spart.
Wie viel Energie eine Waschmaschine tatsächlich benötigt, hängt zudem von ihrer Nutzung ab. Auf der Energieetikette wird der Stromverbrauch deshalb pro 100 Betriebszyklen angegeben.
Die richtige Temperatur senkt den Verbrauch
Auch die Waschtemperatur beeinflusst den Energiebedarf. Für leicht bis normal verschmutzte Buntwäsche genügen häufig 20 bis 30 °C, bei Weisswäsche reichen vielfach 40 °C.
Wer überwiegend bei niedrigen Temperaturen wäscht, sollte zwischendurch einen Waschgang bei 60 °C mit Vollwaschmittel einplanen. Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt solche Waschgänge, um Keimwachstum in der Maschine entgegenzuwirken. Bei besonderen hygienischen Anforderungen können ebenfalls höhere Temperaturen erforderlich sein.
Auf die richtige Beladung kommt es an
Für einen effizienten Waschgang sollte auch die Füllmenge stimmen. Bei normaler Koch- und Buntwäsche kann die Trommel gut gefüllt werden; etwa eine Handbreit Platz nach oben dient als Orientierung. Bei Fein-, Pflegeleicht- oder Wollprogrammen gelten dagegen kleinere Beladungsmengen.
Auch beim Waschmittel bringt mehr nicht automatisch mehr. Die benötigte Menge richtet sich nach Wäschemenge, Verschmutzungsgrad und Wasserhärte. Eine Vorwäsche ist bei normal verschmutzter Haushaltswäsche meist nicht notwendig.
Das Energielabel hilft beim Vergleich
Wer nicht nur beim einzelnen Waschgang sparen, sondern auch verschiedene Maschinen vergleichen möchte, findet auf der Energieetikette wichtige Angaben. Sie zeigt neben der Energieeffizienzklasse unter anderem den Stromverbrauch pro 100 Betriebszyklen, den Wasserverbrauch pro Waschgang, die Nennkapazität und die Dauer des Eco-40–60-Programms.
Die Skala reicht von A bis G. Laut BFE sollte beim Kauf nicht nur der Anschaffungspreis berücksichtigt werden, sondern auch die langfristigen Kosten für Strom und Wasser.
Wann sich das Eco-Programm lohnt
Für normal verschmutzte Baumwollwäsche, die dafür geeignet ist, ist Eco 40–60 eine strom- und wassersparende Wahl. Die lange Laufzeit sollte dabei nicht abschrecken: Sie sagt für sich genommen nichts darüber aus, wie viel Energie ein Waschgang benötigt.
Ein Kurzprogramm bleibt praktisch, wenn es schnell gehen muss. Wer dagegen möglichst effizient waschen möchte, sollte auf das passende Programm, die richtige Beladung und den tatsächlichen Verbrauch achten und nicht nur auf die Zahl der Minuten auf dem Display.