Krankenkassenprämien 2027: In diesem Kanton kostet die Krankenkasse mehr als 600 Franken | Südostschweiz
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Krankenkassenprämien 2027: In diesem Kanton kostet die Krankenkasse mehr als 600 Franken
Die Krankenkassenprämien steigen 2027 erneut. In Genf zahlen Erwachsene im Mittel 610.60 Franken pro Monat. Auch das Tessin überschreitet die Marke von 600 Franken.
Die Krankenkassenprämien werden für viele Menschen in der Schweiz im kommenden Jahr erneut deutlich teurer. Die mittlere Prämie über alle Altersklassen steigt 2027 um fünf Prozent auf 412 Franken pro Monat. Bei Erwachsenen ab 26 Jahren fällt die Belastung noch höher aus. Im schweizweiten Mittel werden monatlich 487.60 Franken fällig. Das sind 22.80 Franken mehr als 2026 und umgerechnet 273.60 Franken zusätzlich im Jahr.
Genf ist 2027 der teuerste Kanton
Mit einer mittleren Monatsprämie von 610.60 Franken ist Genf für Erwachsene der teuerste Kanton der Schweiz. Im laufenden Jahr liegt der entsprechende Wert noch bei 585.40 Franken.
Damit steigt die durchschnittliche Belastung um 25.20 Franken pro Monat beziehungsweise 4,3 Prozent. Auf das gesamte Jahr gerechnet zahlen Erwachsene in Genf im Mittel 302.40 Franken mehr als 2026.
Die jährliche Prämienbelastung steigt damit auf durchschnittlich 7327.20 Franken. Darin sind Franchise, Selbstbehalt oder weitere selbst getragene Gesundheitskosten noch nicht enthalten.
Bei dem Betrag von 610.60 Franken handelt es sich nicht um eine für alle Versicherten identische Prämie. Der Wert bildet den Durchschnitt der tatsächlich bezahlten Erwachsenenprämien ab und berücksichtigt unterschiedliche Krankenkassen, Franchisen und Versicherungsmodelle.
Auch das Tessin überschreitet die 600-Franken-Marke
Genf ist nicht der einzige Kanton, in dem die mittlere Erwachsenenprämie über 600 Franken liegt. Im Tessin steigt sie von 582.30 auf 603.60 Franken pro Monat.
Das entspricht einer Zunahme von 21.30 Franken oder 3,7 Prozent. Über zwölf Monate ergibt sich eine zusätzliche Belastung von 255.60 Franken. Insgesamt zahlen Erwachsene im Tessin 2027 durchschnittlich 7243.20 Franken für die Grundversicherung.
Obwohl der prozentuale Anstieg im Tessin unter dem Schweizer Durchschnitt liegt, bleibt das Prämienniveau damit ausgesprochen hoch.
In diesen Kantonen zahlen Erwachsene besonders viel
Hinter Genf und dem Tessin folgen mehrere Kantone, in denen sich die mittlere Erwachsenenprämie ebenfalls der Marke von 600 Franken nähert:
Genf: 610.60 Franken
Tessin: 603.60 Franken
Basel-Stadt: 570.60 Franken
Neuenburg: 558.80 Franken
Jura: 551 Franken
Basel-Landschaft: 544.50 Franken
Waadt: 543.50 Franken
Zum Vergleich: Der schweizweite Durchschnitt für Erwachsene liegt 2027 bei 487.60 Franken im Monat. Genferinnen und Genfer zahlen somit durchschnittlich 123 Franken mehr als der Schweizer Mittelwert.
Am günstigsten bleibt die Krankenkasse in Zug
Das andere Ende der Rangliste führt der Kanton Zug an. Dort beträgt die mittlere Erwachsenenprämie 324.90 Franken pro Monat. Das sind 285.70 Franken weniger als in Genf.
Ebenfalls vergleichsweise tief fallen die mittleren Prämien in Appenzell Innerrhoden mit 340.50 Franken und Uri mit 377.70 Franken aus. In Obwalden liegt der Wert bei 386.70 Franken, in Nidwalden bei 397.20 Franken.
Der Wohnort kann somit einen Unterschied von mehreren Tausend Franken pro Jahr ausmachen. Allerdings unterscheiden sich zwischen den Kantonen auch die Gesundheitskosten und die verfügbaren Versicherungsangebote.
So entwickeln sich die Prämien in Graubünden und Glarus
Graubünden bleibt deutlich unter dem Schweizer Erwachsenenmittel. Die mittlere Prämie steigt dort von 399.80 auf 415.60 Franken. Das entspricht einer Zunahme von 15.80 Franken pro Monat oder 3,9 Prozent.
Auf ein Jahr gerechnet ergibt sich für Erwachsene in Graubünden eine durchschnittliche Mehrbelastung von 189.60 Franken.
Im Kanton Glarus steigt die mittlere Erwachsenenprämie von 415.40 auf 426.50 Franken. Der Anstieg beträgt 11.10 Franken pro Monat beziehungsweise 2,7 Prozent. Damit kommen im Jahr durchschnittlich 133.20 Franken zusätzlich zusammen.
Über alle Altersgruppen hinweg liegt die mittlere Prämie 2027 in Graubünden bei 360.30 Franken und in Glarus bei 365 Franken pro Monat.
Die persönliche Prämie kann deutlich abweichen
Die kantonalen Mittelwerte zeigen, wie sich das allgemeine Prämienniveau entwickelt. Wie viel eine einzelne Person tatsächlich bezahlen muss, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.
Entscheidend sind unter anderem der genaue Wohnort, das Alter, die gewählte Krankenkasse, die Franchise und das Versicherungsmodell. Hausarzt-, Apotheken- oder Telemedizinmodelle sind häufig günstiger als das Standardmodell mit freier Arztwahl.
Auch innerhalb eines Kantons können sich die Prämien je nach Region unterscheiden. Ein individueller Vergleich kann deshalb ein anderes Ergebnis zeigen als der kantonale Durchschnitt.
Darum steigen die Krankenkassenprämien erneut
Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit steigen die Prämien, weil auch die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung weiter zunehmen.
Als Gründe nennt der Bund unter anderem die wachsende Zahl der Behandlungen, den medizinisch-technologischen Fortschritt, neue Medikamente und die Alterung der Bevölkerung. Für 2027 rechnet das BAG mit einem Kostenanstieg von fünf Prozent.
Die Krankenkassen müssen ihre Prämien so berechnen, dass sie die erwarteten Gesundheitskosten in jedem Kanton decken können. Das BAG kontrolliert und genehmigt die eingereichten Prämien.
Bis Ende November ist ein Wechsel möglich
Die Krankenkassen müssen ihre Versicherten bis Ende Oktober über die persönlichen Prämien für 2027 informieren. Wer zu einer günstigeren Grundversicherung wechseln möchte, muss seine Kündigung bis spätestens 30. November bei der bisherigen Krankenkasse einreichen.
Dabei zählt nicht der Poststempel, sondern der Eingang der Kündigung. Das BAG empfiehlt deshalb, das Schreiben spätestens Mitte November eingeschrieben oder per A-Post Plus zu versenden.
Die verfügbaren Prämien können über den offiziellen und unabhängigen Prämienrechner des Bundes auf Priminfo verglichen werden. Die Leistungen der obligatorischen Grundversicherung sind bei allen Krankenkassen gesetzlich gleich.