Kassensturz testet Temu und Shein – vor dieser Kosmetik warnt eine Ärztin
Kinderschminke, Henna, Nagellack und Haarfarbe werden auf Plattformen wie Temu oder Shein teilweise zu sehr tiefen Preisen angeboten. Doch eine von «Kassensturz» angekündigte Stichprobe zeigt erhebliche Risiken.
Alle von Kassensturz geprüften Kosmetikprodukte fallen durch
Untersucht wurden laut «Kassensturz» verschiedene Kosmetikprodukte, die über Temu, Shein, AliExpress oder Fruugo bestellt worden waren. Dazu gehören unter anderem Kinderschminke, Henna, Nagellack und Haarfarbe.
Das Ergebnis der Stichprobe fällt deutlich aus: Nach Angaben von «Kassensturz» enthielten die geprüften Produkte entweder verbotene Substanzen, massiv überschrittene Grenzwerte oder fehlerhafte Deklarationen.
Welche konkreten Produkte betroffen sind und wie viele Artikel insgesamt untersucht wurden, geht aus der bisherigen Sendungsvorschau noch nicht hervor. Diese Angaben dürfte «Kassensturz» in der Spezialsendung veröffentlichen.
Wichtig ist deshalb die Einordnung: Das Ergebnis bezieht sich auf die von «Kassensturz» und dem Kantonslabor ausgewählte Stichprobe. Es bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Kosmetikprodukte der genannten Plattformen mangelhaft sind.
Dermatologin warnt bei Kassensturz vor möglichen Hautschäden
Die gefundenen Mängel können laut der von «Kassensturz» befragten Dermatologin gesundheitliche Folgen haben. Genannt werden unter anderem Allergien und Schäden an der Haut. Abhängig vom Produkt und den enthaltenen Stoffen seien auch schwerwiegendere Reaktionen möglich.
Besonders sensibel ist Kinderschminke, weil sie direkt auf die Haut aufgetragen wird und für eine junge Zielgruppe vorgesehen ist. Auch Henna, Haarfarben und Nagellack kommen über längere Zeit mit Haut oder Nägeln in Kontakt.
Welche Inhaltsstoffe das Kantonslabor konkret festgestellt hat und bei welchen Produkten die Grenzwerte überschritten wurden, will «Kassensturz» in der vollständigen Auswertung zeigen.
Kassensturz beleuchtet Temus neue Strategie für die Schweiz
Die Spezialsendung beschäftigt sich nicht nur mit den Kosmetikprodukten. «Kassensturz» untersucht auch, wie Temu seine Stellung auf dem Schweizer Markt ausbauen will.
Nach Angaben des Konsumentenmagazins setzt die Plattform zunehmend auf ein sogenanntes «Local-to-Local»-Modell. Dabei sollen Schweizer Händler ihre Waren direkt und schneller an Kundinnen und Kunden in der Schweiz liefern. Temu könnte damit stärker als bisher den Eindruck eines lokalen Marktplatzes vermitteln.
Der Handelsverband warnt gegenüber «Kassensturz» allerdings vor möglichen Risiken. Schweizer Anbieter könnten durch Temus Preismodell unter erheblichen Druck geraten. Laut der Sendungsvorschau drängt der Algorithmus Händler zu deutlichen Preissenkungen. Bei verspäteten Lieferungen könnten zudem Strafzahlungen fällig werden.
Dann zeigt Kassensturz die vollständigen Ergebnisse
Neben dem Kosmetiktest und Temus neuer Verkaufsstrategie zeigt «Kassensturz» eine Reportage aus China. Darin geht es um den starken Preiskampf, die Arbeitsbedingungen und die Herstellung günstiger Waren für den weltweiten Onlinehandel.
Die Spezialausgabe «Kassensturz – Temu & Co. unter der Lupe» läuft am Dienstag, 1. September 2026, um 21.10 Uhr auf SRF 1. Anschliessend dürften auch die vollständige Produktliste, die konkreten Laborbefunde und weitere Reaktionen auf die Ergebnisse vorliegen.