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Panorama

Kaffeesatz in die Toilette gegen Gerüche? Experte erklärt, was der Trick wirklich bringt

Ein Löffel Kaffeesatz in der Toilette soll leichte Verschmutzungen beseitigen und unangenehme Gerüche verhindern. Fachleute warnen jedoch vor den Folgen.
David Hahn
heute um 15:11 Uhr

Kaffeesatz ist für vieles zu gebrauchen: als Dünger im Garten, zum Scheuern robuster Flächen oder gegen unangenehme Gerüche im Kühlschrank. Im Internet wird inzwischen noch ein anderer Einsatz empfohlen. Ein oder zwei Löffel in der Toilette sollen dafür sorgen, dass es dort länger frisch riecht. Besonders vor den Ferien wird dieser Tipp verbreitet. Experten zufolge spricht jedoch einiges gegen die Anwendung.

Warum Kaffeesatz im WC helfen soll

Die körnige Struktur von Kaffeesatz hat einen Scheuereffekt, der sich bei geeigneten Oberflächen zur Reinigung nutzen lässt. Das ist jedoch kein Beleg dafür, dass Kaffeesatz als WC-Reiniger empfehlenswert ist.

Hinzu kommt die Fähigkeit von Kaffee, Gerüche aufzunehmen. Daraus entstand der Tipp, vor einer längeren Abwesenheit etwas Satz im WC zurückzulassen. Bei der Rückkehr, so das Versprechen, soll das Badezimmer weniger muffig riechen.

Sanitärfachleute sehen dafür allerdings keinen überzeugenden Grund. «Aus fachlicher Sicht kann man nicht sagen, dass man das tun sollte», sagt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).

Gegen Gerüche ist das Wasser entscheidend

Bei einer intakten Toilette hält nicht Kaffee schlechte Gerüche aus der Kanalisation fern, sondern das Wasser im Geruchsverschluss. Solange dort genügend Wasser steht, können Gerüche aus dem Abfluss normalerweise nicht in den Raum gelangen.

Bei längerer Abwesenheit kann ein Teil des Wassers verdunsten. Auch dann hilft der vermeintliche Kaffee-Trick nicht weiter. «Das kann passieren, dass das ein wenig austrocknet in der Zwischenzeit, aber da nützt Ihnen der Kaffee auch nicht mehr», erklärt Ebisch.

Die geruchsbindende Eigenschaft lässt sich an anderer Stelle besser nutzen. Trockener Kaffeesatz kann beispielsweise in einer offenen Schale in den Kühlschrank gestellt werden. Auch nach dem Schneiden von Zwiebeln oder Knoblauch lässt er sich zwischen den angefeuchteten Händen verreiben und danach abspülen.

Im Abfluss kann Kaffeesatz zum Problem werden

Gegen die Entsorgung über das WC spricht vor allem das Risiko von Ablagerungen. Kaffee enthält Fett, und die feuchten Reste können sich mit bereits vorhandenen Ablagerungen in den Rohren verbinden. Sammelt sich dort nach und nach Material, kann der Durchfluss beeinträchtigt werden. Aus einem vermeintlichen Reinigungstrick wird so im schlechtesten Fall ein Sanitärproblem. Ebisch fasst seine Einschätzung entsprechend zusammen: «Im schlimmsten Fall schadet es, nützen wird es nichts.»

Dafür lässt sich Kaffeesatz sinnvoll verwenden

Wegwerfen muss man die Kaffeereste deshalb nicht. Im Garten liefern sie Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Unter anderem können Beerensträucher sowie Tomaten, Gurken und Zucchini davon profitieren.

Auch beim Putzen lässt sich die körnige Struktur nutzen. Auf geeigneten, robusten Flächen kann der Satz beim Entfernen von Rückständen helfen, etwa an Grillrosten oder Töpfen. Für Ceran- und Glaskeramikflächen eignet er sich dagegen nicht, weil die Körner Kratzer hinterlassen können.

Selbst enge Blumenvasen lassen sich damit säubern: Zusammen mit einigen Reiskörnern und warmem Wasser wird die Mischung in der Vase geschüttelt und anschliessend mit klarem Wasser ausgespült.

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