Kaffeesatz in die Toilette gegen Gerüche? Experte erklärt, was der Trick wirklich bringt
Kaffeesatz ist für vieles zu gebrauchen: als Dünger im Garten, zum Scheuern robuster Flächen oder gegen unangenehme Gerüche im Kühlschrank. Im Internet wird inzwischen noch ein anderer Einsatz empfohlen. Ein oder zwei Löffel in der Toilette sollen dafür sorgen, dass es dort länger frisch riecht. Besonders vor den Ferien wird dieser Tipp verbreitet. Experten zufolge spricht jedoch einiges gegen die Anwendung.
Warum Kaffeesatz im WC helfen soll
Die körnige Struktur von Kaffeesatz hat einen Scheuereffekt, der sich bei geeigneten Oberflächen zur Reinigung nutzen lässt. Das ist jedoch kein Beleg dafür, dass Kaffeesatz als WC-Reiniger empfehlenswert ist.
Hinzu kommt die Fähigkeit von Kaffee, Gerüche aufzunehmen. Daraus entstand der Tipp, vor einer längeren Abwesenheit etwas Satz im WC zurückzulassen. Bei der Rückkehr, so das Versprechen, soll das Badezimmer weniger muffig riechen.
Sanitärfachleute sehen dafür allerdings keinen überzeugenden Grund. «Aus fachlicher Sicht kann man nicht sagen, dass man das tun sollte», sagt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).
Gegen Gerüche ist das Wasser entscheidend
Bei einer intakten Toilette hält nicht Kaffee schlechte Gerüche aus der Kanalisation fern, sondern das Wasser im Geruchsverschluss. Solange dort genügend Wasser steht, können Gerüche aus dem Abfluss normalerweise nicht in den Raum gelangen.
Bei längerer Abwesenheit kann ein Teil des Wassers verdunsten. Auch dann hilft der vermeintliche Kaffee-Trick nicht weiter. «Das kann passieren, dass das ein wenig austrocknet in der Zwischenzeit, aber da nützt Ihnen der Kaffee auch nicht mehr», erklärt Ebisch.