Hitzewelle in der Schweiz: Dieser Griechenland-Trick hält Häuser erstaunlich kühl
Auf griechischen Inseln wie Santorini oder Mykonos gehört extreme Sommerhitze dagegen zum Alltag. Auffällig sind dort nicht nur die charakteristischen weissen Häuser. Hinter der traditionellen Bauweise steckt auch ein Prinzip, das Gebäude vor übermässiger Erwärmung schützen kann.
Darum bleiben weisse Häuser in Griechenland länger kühl
Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie stark verschiedene Oberflächen Sonnenstrahlung aufnehmen. Dunkle Flächen absorbieren einen grösseren Teil der einfallenden Sonnenenergie und erwärmen sich entsprechend. Helle und insbesondere weisse Oberflächen reflektieren dagegen einen grösseren Anteil der Sonnenstrahlung.
Das kann einen erheblichen Unterschied bei der Oberflächentemperatur einer Fassade ausmachen. Die häufig genannten Unterschiede von bis zu 15 oder 20 Grad bedeuten allerdings nicht, dass es im Inneren eines Hauses automatisch 20 Grad kühler wird.
Hinzu kommt die traditionelle Architektur vieler griechischer Gebäude. Massive Wände, kleine Fenster, Fensterläden und verschattete Bereiche sorgen dafür, dass möglichst wenig Wärme ins Gebäude gelangt.
Das eigentliche Geheimnis besteht also nicht nur aus weisser Farbe, sondern aus mehreren Massnahmen, die vor allem ein Ziel verfolgen: Die Hitze stoppen, bevor sie ins Haus gelangt.
Funktioniert der Griechenland-Trick auch in der Schweiz?
Ein Haus in der Schweiz einfach weiss anzustreichen, dürfte nicht denselben Effekt erzielen wie bei einem traditionellen Gebäude auf einer griechischen Insel.
Moderne Gebäude unterscheiden sich hinsichtlich Dämmung, Wandaufbau und Bauweise deutlich. Welche Wirkung eine helle Fassade auf die Temperatur im Inneren hat, hängt deshalb stark vom jeweiligen Gebäude ab.
Das Grundprinzip lässt sich allerdings sehr wohl übertragen: Direkte Sonneneinstrahlung sollte möglichst gar nicht erst durch Fenster und andere Flächen in die Wohnräume gelangen.
Genau hier setzen auch die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) für heisse Tage an.
Diese 5 Tipps helfen, die Wohnung bei Hitze kühl zu halten
1. Storen tagsüber geschlossen halten
Besonders wichtig ist Sonnenschutz von aussen. Storen, Rollläden oder Fensterläden sollten geschlossen werden, sobald die Sonne auf die entsprechenden Fenster trifft.
Damit wird ein Teil der Sonnenstrahlung abgefangen, bevor sie durch die Scheibe ins Zimmer gelangt.
2. Fenster während der grössten Hitze schliessen
Auch wenn der Impuls ein anderer sein kann: Ist es draussen deutlich wärmer als in der Wohnung, sollten die Fenster geschlossen bleiben. Wer sie den ganzen Tag offen lässt, holt sich die warme Aussenluft direkt ins Haus.
3. Früh morgens und nachts richtig lüften
Sobald die Aussentemperatur niedriger als die Temperatur in der Wohnung ist, sieht die Sache anders aus. Das BAG empfiehlt, insbesondere nachts und am frühen Morgen zu lüften. Wer mehrere gegenüberliegende Fenster öffnen kann, kann zusätzlich für Durchzug sorgen und die kühlere Luft durch die Wohnung bewegen.
4. Unnötige Elektrogeräte ausschalten
Fernseher, Computer, Monitore und andere elektronische Geräte produzieren im Betrieb zusätzliche Wärme. Was gerade nicht benötigt wird, sollte deshalb ausgeschaltet werden. Bei ohnehin aufgeheizten Räumen verhindert das zumindest zusätzliche Wärmequellen.
5. Die Sonne möglichst draussen stoppen
Hier schliesst sich der Kreis zur traditionellen Architektur in Griechenland. Aussenliegender Sonnenschutz ist besonders effektiv, weil die Sonnenstrahlung abgefangen wird, bevor sie überhaupt durch das Fenster gelangt.
Wer also die Möglichkeit hat, sollte eher Storen, Fensterläden oder andere äussere Verschattungen nutzen, statt sich ausschliesslich auf Vorhänge im Raum zu verlassen.
Das können wir uns von Griechenland wirklich abschauen
Das weiss gestrichene Haus allein ist also keine natürliche Klimaanlage. Trotzdem steckt hinter der traditionellen griechischen Bauweise ein Prinzip, das auch während einer Hitzewelle in der Schweiz sinnvoll ist.
Entscheidend ist weniger, einen bereits aufgeheizten Raum wieder herunterzukühlen. Viel effektiver ist es, zu verhindern, dass möglichst viel Sonnenwärme überhaupt hineingelangt.