Franken so schwach wie seit 13 Monaten nicht: Das steckt hinter dem Euro-Anstieg
Der Euro stieg am Donnerstag zeitweise auf rund 0.9446 Franken und damit auf eines der höchsten Niveaus seit August 2025. Nach einer Eröffnung bei 0.9424 Franken schloss der Wechselkurs am 10. September mit 0.9442. Eine Woche zuvor betrug der Schlusskurs noch 0.9386 Franken. Warum hat der Euro gegenüber dem Franken in den letzten Tagen zugelegt?
EZB erhöht die Zinsen erneut
Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am Donnerstag, den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben. Der neue Zinssatz gilt ab dem 16. September. Es ist die zweite Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr.
Zur Begründung der Zinserhöhung verweist die EZB insbesondere auf den anhaltenden Inflationsdruck infolge des Konflikts im Nahen Osten. Die Inflation dürfte nach Einschätzung der Notenbank noch für längere Zeit deutlich über ihrem Zielwert von 2 Prozent liegen. Mit der Zinserhöhung will die EZB dazu beitragen, dass sich die Inflation mittelfristig wieder beim 2-Prozent-Ziel stabilisiert.
Zinsabstand kann Euro gegenüber Franken stützen
Ein Faktor hinter der Franken-Schwäche ist der grosse Zinsunterschied zwischen der Eurozone und der Schweiz. Während der SNB-Leitzins bei 0 Prozent liegt, steigt der Einlagenzins im Euroraum auf 2,50 Prozent. Höhere Zinsen können Anlagen in Euro für Investoren attraktiver machen und damit die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Franken stützen.
Hinzu kommt, dass die EZB vorerst mit anhaltend erhöhtem Inflationsdruck rechnet. In ihren neuen Projektionen erwartet sie für 2026 eine Inflation von 3,0 Prozent und für 2027 noch 2,5 Prozent. Die Prognosen für 2027 und 2028 wurden gegenüber Juni nach oben korrigiert. Gleichzeitig bezeichnet die EZB die Inflationsrisiken als aufwärtsgerichtet.