Ferien erholen länger als gedacht – auf zwei Dinge kommt es besonders an
Wer nach den Ferien wieder zur Arbeit geht, merkt oft schnell, wie der Alltag zurückkehrt. Trotzdem ist die Erholung nicht sofort dahin. Eine Meta-Analyse von Forschenden der University of Georgia und der Auburn University kommt zum Schluss: Ferien steigern das Wohlbefinden deutlich, und dieser positive Effekt hält länger an, als frühere Untersuchungen vermuten liessen.
Nach den Ferien: Wie lange hält die Erholung an?
Für die Meta-Analyse werteten die Forschenden 32 Studien aus. Sie untersuchten, wie sich das Wohlbefinden von Beschäftigten vor, während und nach den Ferien verändert. Die durchschnittliche Feriendauer in den untersuchten Studien betrug rund zwölf Tage.
Das Ergebnis ist deutlich: Während der Ferien verbessert sich das Wohlbefinden stark. Nach der Rückkehr zur Arbeit geht ein Teil dieses Gewinns zwar wieder verloren. Bei der ersten Messung nach den Ferien lag das Wohlbefinden der Beschäftigten im Durchschnitt aber immer noch höher als davor.
Auch danach verschwindet der Effekt nicht sofort. Beim letzten Messzeitpunkt der ausgewerteten Studien, im Durchschnitt rund 21 Tage nach den Ferien, lag das Wohlbefinden noch über dem Ausgangsniveau. Frühere Forschung hatte noch den Eindruck vermittelt, dass der Nutzen von Ferien klein sei und rasch verpuffe. Die neue, umfangreichere Analyse zeichnet ein anderes Bild.
Wie lange die Erholung genau anhält, können die Forschenden allerdings nicht sagen. Die einzelnen Studien haben das Wohlbefinden zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemessen. Deshalb lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten, dass der Effekt bei allen Menschen nach einer bestimmten Anzahl von Tagen verschwindet
In den Ferien wirklich von der Arbeit abschalten
Wie die Ferien verbracht werden, spielt ebenfalls eine Rolle. Besonders wichtig scheint es zu sein, die Arbeit auch gedanklich hinter sich zu lassen. Menschen, denen dies gelang, berichteten während der Ferien von einem höheren Wohlbefinden. Dieser Zusammenhang zeigte sich auch bei der ersten Messung nach der Rückkehr.
Andere Formen der Erholung ergaben kein so klares Bild. Selbst bestimmen zu können, wie man seine Zeit verbringt, hing während der Ferien mit einem höheren Wohlbefinden zusammen, danach aber nicht mehr eindeutig. Bei Entspannung zeigte sich dagegen erst nach der Rückkehr ein klarer Zusammenhang.
Bewegung tut in den Ferien besonders gut
Neben dem Abschalten sticht ein zweiter Punkt hervor: körperliche Aktivität. Von den untersuchten Freizeitbeschäftigungen hing Bewegung am stärksten mit einem höheren Wohlbefinden während der Ferien zusammen. Auch soziale Aktivitäten wie Zeit mit anderen Menschen zeigten einen positiven Zusammenhang. Bei passiven Tätigkeiten konnten die Forschenden dagegen keinen eindeutigen Zusammenhang feststellen.
Das bedeutet nicht, dass Ausruhen nichts bringt. Die Studie zeigt lediglich, dass sich bei passiven Tätigkeiten kein statistisch gesicherter Zusammenhang mit einem höheren Wohlbefinden nachweisen liess. Die Autoren halten es beispielsweise für möglich, dass eine Mischung verschiedener Aktivitäten wichtig sein könnte.
Nach der Rückkehr waren körperliche, soziale und passive Aktivitäten nicht mehr eindeutig mit dem Wohlbefinden verbunden. Beim gedanklichen Abschalten von der Arbeit zeigte sich dagegen weiterhin ein positiver Zusammenhang.
Die Ergebnisse liefern damit zwei einfache Anhaltspunkte für die nächsten Ferien: Bewegung einplanen und den Job möglichst auch im Kopf zu Hause lassen.