Fedpol bestätigt 20 Fälle: Online-Netzwerke bedrohen Schweizer Kinder
Gefährliche Online-Netzwerke haben auch die Schweiz erreicht. Gruppierungen mit Namen wie «The Com», «764» oder «1414» nehmen über soziale Medien Kontakt zu Kindern und Jugendlichen auf. Ihr Ziel ist nicht Freundschaft: Die Täter sammeln persönliche Informationen und Bilder, um die Minderjährigen später zu erpressen und zu erniedrigenden oder gewalttätigen Handlungen zu zwingen.
Mehrheit der Opfer sind Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren
Bei rund zwei Dritteln der bisher bekannten Schweizer Fälle handelt es sich laut Fedpol um Opfer. Diese seien überwiegend Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Das verbleibende Drittel betreffe mutmassliche Täter. Sie seien meist etwas älter, viele von ihnen aber ebenfalls noch minderjährig.
Die Strafverfahren werden von den jeweiligen Kantonen geführt. Fedpol übernimmt wegen der zahlreichen internationalen Verbindungen eine koordinierende und analysierende Rolle. Unter anderem bestätigten die Behörden in Basel-Landschaft Verfahren mit Bezug zum Netzwerk «764». Auch die Zürcher Oberjugendanwaltschaft behandelt mehrere Fälle.
Ermittelt wird gemäss Fedpol unter anderem wegen Nötigung, Verleumdung, schwerer Körperverletzung, Beihilfe zu Suizid, illegaler Pornografie und sexueller Handlungen mit Kindern.
So gewinnen die Täter das Vertrauen der Jugendlichen
Die Kontaktaufnahme beginnt häufig auf bekannten Plattformen wie Instagram oder Snapchat. Dort geben sich die Täter als verständnisvolle Freunde oder mögliche Partner aus. Über längere Zeit fragen sie persönliche Informationen ab: Namen von Freunden, Angaben zur Schule und zur Familie oder private Fotos.
Teilweise erstellen sie regelrechte Dossiers über ihre Opfer. Innerhalb der Netzwerke werden diese Informationen ausgetauscht und später als Druckmittel benutzt. Haben die Täter einmal kompromittierende Bilder oder andere sensible Daten erhalten, steigern sie ihre Forderungen.