Diesel-Rekord in der Schweiz – 60-Liter-Tank kostet 11 Franken mehr | Südostschweiz
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Diesel-Rekord in der Schweiz – 60-Liter-Tank kostet 11 Franken mehr
Der Dieselpreis steigt in der Schweiz auf ein neues Rekordhoch. Ein Liter kostet durchschnittlich 2.46 Franken. Innerhalb eines Monats verteuerte sich eine Tankfüllung deutlich.
Noch nie mussten Autofahrerinnen und Autofahrer in der Schweiz im landesweiten Durchschnitt so viel für Diesel bezahlen. Nach der aktuellen Preistabelle des Touring Club Schweiz kostet ein Liter 2.46 Franken. Damit ist der erst wenige Tage zuvor gemeldete Rekord bereits wieder überholt. Am 17. September hatte der TCS noch einen Durchschnittspreis von 2.41 Franken ausgewiesen. Zwei Tage später waren es bereits weitere fünf Rappen mehr.
So viel mehr kostet eine Tankfüllung
Wie stark sich der Preisanstieg auf die Rechnung auswirkt, hängt von der Grösse des Tanks ab. Bei einem Literpreis von 2.46 Franken ergeben sich folgende Kosten:
40 Liter: 98.40 Franken – vor einem Monat waren es 90.80 Franken. Das sind 7.60 Franken mehr.
50 Liter: 123 Franken – vor einem Monat waren es 113.50 Franken. Das sind 9.50 Franken mehr.
60 Liter: 147.60 Franken – vor einem Monat waren es 136.20 Franken. Das sind 11.40 Franken mehr.
Wer seinen Wagen zweimal im Monat mit jeweils 60 Litern Diesel füllt, bezahlt damit gegenüber dem Stand vom 20. August rund 22.80 Franken zusätzlich. Auf ein Jahr hochgerechnet wären das bei unveränderten Preisen mehr als 270 Franken.
Auch im Vergleich zum Jahresbeginn fällt der Unterschied erheblich aus. Am 1. Januar kostete Diesel durchschnittlich 1.78 Franken pro Liter. Eine Tankfüllung mit 60 Litern war damals für 106.80 Franken erhältlich. Beim aktuellen Durchschnittspreis sind es 147.60 Franken – also 40.80 Franken mehr.
Auch Benzin wird immer teurer
Nicht nur Dieselfahrer müssen tiefer in die Tasche greifen. Auch die Preise für Benzin sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.
Für einen Liter Bleifrei 95 weist der TCS am 19. September einen Durchschnittspreis von 2.14 Franken aus. Einen Monat zuvor waren es noch 2.02 Franken. Eine Tankfüllung mit 50 Litern kostet damit sechs Franken mehr.
Bleifrei 98 verteuerte sich im gleichen Zeitraum von 2.13 auf 2.25 Franken pro Liter. Auch hier beträgt die Mehrbelastung bei einer 50-Liter-Tankfüllung sechs Franken.
Warum Diesel in der Schweiz so teuer ist
Nach Angaben des TCS lässt sich der starke Preisanstieg nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Geopolitische Spannungen und Beeinträchtigungen der Erdölströme im Nahen Osten erhöhen den Druck auf die internationalen Märkte.
Gleichzeitig sind die russischen Exporte von Diesel und Benzin stark zurückgegangen. Beschädigte Raffinerien und andere Ausfälle verschärfen die Lage zusätzlich. Da Diesel nicht nur von Personenwagen, sondern auch im Güterverkehr, in der Landwirtschaft, auf Baustellen und teilweise zur Strom- und Wärmeerzeugung benötigt wird, trifft ein knappes Angebot auf eine breite Nachfrage.
Hinzu kommen Probleme bei der Versorgung der Schweiz. Die Raffinerie in Cressier, die normalerweise rund 30 Prozent des Schweizer Bedarfs an Erdölprodukten deckt, musste ihren Betrieb vorübergehend einstellen.
Der niedrige Wasserstand des Rheins verteuert zudem die Transporte zwischen Rotterdam und Basel. Schiffe können weniger Treibstoff laden und müssen häufiger fahren. Laut TCS liegen die Transportkosten inzwischen bei mehr als 220 Franken pro Tonne. Unter normalen Bedingungen bewegen sie sich zwischen 22 und 28 Franken.
Allein die höheren Transportkosten auf dem Rhein verteuern den Treibstoff nach Berechnungen des TCS derzeit um rund 15 Rappen pro Liter. Die Versorgung der Schweiz sei trotz der angespannten Lage weiterhin gesichert.
Wann sich der Umweg zu einer günstigeren Tankstelle lohnt
Der TCS empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, die Preise verschiedener Tankstellen vor dem Tanken zu vergleichen. Im Benzinpreisradar werden die gemeldeten Preise von rund 3800 Schweizer Tankstellen gesammelt.
Dabei sollte für einen günstigeren Preis allerdings kein unnötig langer Umweg gefahren werden. Als Orientierung dient die sogenannte Drei-Fünf-Regel:
Ein Preisunterschied von mindestens fünf Rappen pro Liter lohnt sich bei einer Tankfüllung von mindestens 50 Litern, wenn der Umweg höchstens fünf Kilometer beträgt. Bei einer kleineren Ersparnis können der zusätzliche Verbrauch und der Zeitaufwand den Preisvorteil wieder zunichtemachen.
Zusätzlich empfiehlt der TCS eine vorausschauende und gleichmässige Fahrweise. Dadurch lasse sich der Treibstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent reduzieren.