Blutmond über Graubünden und Glarus: So siehst du die Mondfinsternis am Freitag
Eine aussergewöhnlich starke partielle Mondfinsternis steht bevor. Am frühen Morgen des 28. August 2026 zieht der Mond so weit in den Schatten der Erde hinein, dass nur noch ein kleiner Teil der Mondscheibe unverdunkelt bleibt. Wer die partielle Finsternis beobachten möchte, muss allerdings früh aus dem Bett.
Mondfinsternis am Freitag
Eine Mondfinsternis entsteht, wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond befindet. Sonne, Erde und Mond müssen dafür nahezu auf einer Linie liegen. Am Freitag gelangt der Mond so weit in den Kernschatten der Erde, dass beim Maximum rund 94 Prozent der Mondscheibe beschattet werden. Nur ein schmaler Teil am Rand bleibt hell. Da der Mond nicht vollständig in den Kernschatten eintaucht, handelt es sich um eine partielle und nicht um eine totale Mondfinsternis.
Die deutlich sichtbare partielle Phase beginnt gegen 4.34 Uhr, ihren Höhepunkt erreicht die Mondfinsternis gegen 6.12 Uhr. Obwohl der Mond nicht vollständig in den Kernschatten eintaucht, könnte sich ein grosser Teil seiner Oberfläche rötlich bis kupferrot verfärben.
Ausgerechnet beim Höhepunkt wird die Sicht schwieriger
Das Maximum fällt allerdings auf einen ungünstigen Zeitpunkt. Gegen 6.12 Uhr hat die Morgendämmerung bereits eingesetzt, obwohl die Sonne noch unter dem Horizont steht. In Chur geht sie am Freitag gegen 6.36 Uhr, in Glarus gegen 6.37 Uhr auf. Der zunehmend helle Himmel macht es schwieriger, den stark verdunkelten Mond auszumachen.
Gleichzeitig steht der Mond beim Maximum nur noch gut vier Grad über dem mathematischen Horizont und nähert sich seinem Untergang. In Chur geht er rechnerisch gegen 6.42 Uhr, in Glarus gegen 6.44 Uhr unter. Häuser und Bäume können die Sicht ebenso versperren wie Berge oder Dunst am Horizont. Gerade in Graubünden und Glarus dürfte das umliegende Gebirge deshalb eine wichtige Rolle spielen.
Wo die Mondfinsternis am besten zu sehen ist
Wer möglichst viel von der Mondfinsternis mitbekommen möchte, sollte den Beobachtungsort sorgfältig wählen. Besonders geeignet ist ein Standort mit möglichst freiem Blick nach Westsüdwesten. Ein erhöhter Beobachtungspunkt kann dabei von Vorteil sein, entscheidend ist jedoch ein möglichst unverstellter Horizont.
Je näher das Maximum rückt, desto schwieriger werden die Bedingungen durch die einsetzende Dämmerung und die niedrige Position des Mondes. Wer das Himmelsschauspiel verfolgen möchte, sollte daher nicht erst kurz vor 6 Uhr nach draussen gehen. Bereits ab etwa 4.34 Uhr beginnt die deutlich sichtbare partielle Phase, während der Mond noch wesentlich höher am Himmel steht.
Spielt das Wetter mit?
Wer die Mondfinsternis am Freitag, 28. August 2026, in Graubünden oder im Kanton Glarus beobachten möchte, darf nach den aktuellen Lokalprognosen von MeteoSchweiz (Stand 26. August 2026) zumindest vorsichtig hoffen. Ausgerechnet in den frühen Morgenstunden soll es zunächst noch trocken sein: Für Chur und Davos wird zwischen 4 und 5 Uhr lediglich leichte Bewölkung erwartet, während für Glarus sogar klarer Himmel prognostiziert wird. Weniger günstig sieht es in Landquart aus, wo hohe Bewölkung die Sicht auf den Mond beeinträchtigen könnte.
Allerdings ist die Wetterlage alles andere als stabil. Im Verlauf des Freitags rechnet MeteoSchweiz in der Region mit Gewittern und Regenschauern. Entscheidend wird deshalb sein, wann die Wetterverschlechterung tatsächlich einsetzt und wie sich die Bewölkung bis zum Maximum der Mondfinsternis entwickelt. Nach aktuellem Prognosestand bestehen insbesondere in Glarus sowie in Teilen Graubündens Chancen auf zumindest zeitweise freie Sicht. Eine Garantie gibt es angesichts der heranziehenden Störung jedoch nicht.