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Panorama

Altes Handy in der Schublade? Warum das keine gute Idee ist

Alte Smartphones bleiben nach einem Gerätewechsel oft jahrelang ungenutzt liegen. Schäden oder Veränderungen können je nach Lagerung unbemerkt bleiben und im schlimmsten Fall zum Brand führen.
David Hahn
heute um 11:54 Uhr

Das neue Smartphone ist eingerichtet, das bisherige wandert als Ersatzgerät in die Schublade. Was praktisch klingt, hat einen Haken: Auch bei einem ausgeschalteten Gerät altert der Akku weiter. Wird das Handy über Jahre nicht kontrolliert, fallen mögliche Probleme unter Umständen erst spät auf.

Weshalb ein alter Akku gefährlich werden kann

Für die Sicherheit sind insbesondere Beschädigungen relevant. Stürze, starker Druck oder andere mechanische Einwirkungen können einem Lithium-Ionen-Akku zusetzen und im ungünstigsten Fall zu Überhitzung oder einem Brand führen.

Bei einem schweren Defekt kann sich die Akkuzelle stark erhitzen. Im Extremfall setzt ein sogenanntes thermisches Durchgehen ein: Dabei entsteht eine sich selbst verstärkende Reaktion mit zunehmender Wärmeentwicklung, die bis zur Entzündung führen kann. Liegt das Smartphone neben Papier, Textilien oder anderen brennbaren Gegenständen, kann sich ein Feuer ausbreiten.

Ein intaktes altes Smartphone stellt deshalb nicht automatisch eine akute Gefahr dar. Vorsicht ist vor allem bei sichtbaren oder anderweitig wahrnehmbaren Auffälligkeiten geboten.

Aufgeblähter Akku und Hitze sind Warnzeichen

Ein verformtes Gehäuse gehört zu den deutlichsten Hinweisen auf einen defekten Akku. Wölbt sich das Display nach oben oder liegt das Smartphone nicht mehr flach auf einer ebenen Fläche, ist Vorsicht geboten.

Auch ungewöhnliche Wärme, ein auffälliger Geruch oder Rauch sind Warnsignale. Das Handy sollte in solchen Fällen nicht weiter benutzt werden. Fest verbaute Akkus sollten zudem nicht selbst entfernt werden. Beschädigte oder geblähte Geräte gehören an eine bediente Sammelstelle. Tritt Rauch aus oder gerät das Smartphone in Brand, sollte Abstand gehalten und die Feuerwehr alarmiert werden.

So bewahrt man ein altes Smartphone richtig auf

Wer ein funktionsfähiges Handy als Reserve behalten möchte, sollte es ausgeschaltet an einem kühlen und trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung aufbewahren. Ein feuchter Keller und ein Dachboden, der sich im Sommer stark aufheizt, sind dafür ungeeignet. Auch vor Druck und anderen mechanischen Belastungen sollte das Gerät geschützt sein.

Eine Rolle spielt zudem der Ladezustand. Apple empfiehlt für die Langzeitlagerung ungefähr 50 Prozent und bei einer Aufbewahrung von mehr als sechs Monaten ein entsprechendes Nachladen alle sechs Monate. Samsung nennt einen Bereich von etwa 50 bis 70 Prozent und rät dazu, ungenutzte Geräte alle drei bis sechs Monate nachzuladen. Damit soll der Akku geschont und eine Tiefentladung vermieden werden.

Wer das Smartphone über längere Zeit behält, sollte ausserdem gelegentlich prüfen, ob sich das Gehäuse verformt hat oder andere Auffälligkeiten erkennbar sind.

Wohin mit einem nicht mehr benötigten Handy?

Funktioniert das Smartphone noch, kann es weitergegeben, verkauft oder gespendet werden. Defekte oder endgültig ausgemusterte Geräte sollten fachgerecht recycelt werden.

In der Schweiz können ausgediente Elektrogeräte kostenlos bei Händlern zurückgegeben werden, die Geräte derselben Art im Sortiment führen. Dafür muss kein neues Gerät gekauft werden. Alternativ stehen entsprechende Sammelstellen zur Verfügung. Ein fest verbauter Akku sollte für die Entsorgung nicht selbst ausgebaut werden.

In den Kehricht gehören Smartphones und ihre Akkus nicht. Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus können unter anderem in Kehrichtfahrzeugen, Sammelstellen und Recyclinganlagen Brände verursachen.

Wer sein altes Smartphone noch als Ersatzgerät benötigt, kann es also behalten, sollte es aber richtig lagern und gelegentlich kontrollieren. Gibt es keine Verwendung mehr dafür, ist die Weitergabe oder fachgerechte Rückgabe die bessere Lösung.

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