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Dominic Stricker muss warten

Es wäre angerichtet gewesen. Aber Dominic Stricker (20) schafft am Tennis Open in Gstaad den Exploit noch nicht. Er verliert den Achtelfinal gegen Miomir Kecmanovic (23) 6:7 (4:7), 1:6.
Agentur sda
19.07.2023, 20:31 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Dieses Spiel wird Dominic Stricker noch eine Zeit lang verfolgen. Miomir Kecmanovic, die Nummer 44 der Welt, wäre zu packen gewesen. Aber generell lief es dem 20-jährigen Berner aus Grosshöchstetten nicht mehr so rund wie am Vortag gegen Arthur Fils. Mit dem Aufschlag gelangen Stricker nicht mehr so viele «freie Punkte». Die Stimmung war nicht mehr so toll und elektrisierend wie am Vortag, als die Tribünen am frühen Nachmittag voll gewesen waren.

Es gereichte Stricker gewiss nicht zum Vorteil, dass sich die vorangegangenen drei Spiele in der Roy Emerson Arena alle über drei Sätze hingezogen hatten. Als Stricker am Abend endlich auf den Platz durfte, waren zwar nicht seine besten Fans, aber doch viele Unterländer schon wieder auf dem Weg ins Unterland.

Strickers Chancen

So blieben Stricker am Ende viele Gründe zum Hadern. Mit einem Sieg über Miomir Kecmanovic wäre er erstmals in der Weltrangliste unter die Top 100 vorgestossen, vor Leute wie Diego Schwartzmann, Marin Cilic, Dominic Thiem oder David Goffin. Und im Viertelfinal hätte er es mit Zizou Bergs zu tun bekommen - einem belgischen Qualifikanten, der in der Weltrangliste erst auf Platz 175 steht.

Obwohl er viel zu wenige erste Aufschläge ins Feld brachte, boten sich Stricker Möglichkeiten. Er führte im ersten Satz 2:1 und 30:0. Bei 6:5 und 30:0 fehlten ihm bloss noch zwei Punkte zum Gewinn des ersten Satzes. Und im Tiebreak führte Stricker 3:2 und hielt bis zum 4:4 mit.

Wawrinka unter Druck

Danach schwammen dem Berner die Felle davon. Kecmanovic steigerte sich im zweiten Satz und gewann zum Abschluss fünf Games hintereinander. Aber: Für Stricker ist eine Niederlage gegen Miomir Kecmanovic gewiss keine Schande - zumal der junge Serbe sich mehr Chancen erspielte als Stricker. Kecmanovic fühlt sich in Höhenlage durchaus wohl. Vor drei Jahren gewann er in Kitzbühel sein erstes Turnier. Auf dem Weg zum Titel besiegte er damals im Halbfinal Marc-Andrea Hüsler in drei Sätzen. Kemanovic schaffte damals mit 20 den Durchbruch. Dominic Stricker verfügt zwar über Anlagen, muss auf den Durchbruch aber noch warten.

Damit bleibt es vorerst dabei, dass die Schweizer am Swiss Open in Gstaad die Viertelfinals nicht mehr erreichen können. Schweizer Exploits, wie jener am Mittwoch von Leandro Riedi am Hopman Cup in Nizza gegen Holger Rune, erlebte Gstaad keine mehr, seit Stan Wawrinka vor zehn Jahren letztmals in den Viertelfinals stand.

An Stan Wawrinka liegt es nun, diese dubiose Durststrecke nach zehn Jahren endlich zu beenden. In der über 100-jährigen Turniergeschichte erreichte vor 2013 mindestens alle fünf Jahre mindestens ein Schweizer mindestens die Viertelfinals. Meistens dauerte es weniger lange, manchmal schafften es sogar mehrere Schweizer unter die letzten acht, und manchmal sogar weiter.

Stan Wawrinka (ATP 74) trifft am Donnerstagabend als Favorit auf den Spanier Jaume Munar (ATP 111).