Djokovic: «Mein Weg ist noch nicht zu Ende»
Novak Djokovic, wo reihen Sie diesen Erfolg ein?
«Einer der Grössten natürlich. Ich wusste zu Beginn des Turniers und vor diesem Final speziell, dass Geschichte auf dem Spiel stand, aber ich versuche, meinen Fokus so gut wie möglich nur auf dieses Spiel zu legen. Mein Team schuf eine gute Blase um mich herum und es gelang mir sehr gut, im Moment zu bleiben. Als ich dann seine Vorhand ins Aus fliegen sah, war das eine riesige Erleichterung und wundervolle Emotionen.»
Wie fühlt es sich an, der grösste Spieler der Geschichte zu sein?
«Ich möchte nicht sagen, dass ich der Grösste bin, das wäre respektlos gegenüber der Champions anderer Generationen. Ich überlasse die Diskussionen um den grössten Spieler der Geschichte anderen. Aber ich habe natürlich grosses Vertrauen in mein Können. Dieser Titel ist ein weiterer Beweis dafür. Ich habe schon zu Beginn der Saison gesagt, dass die Grand Slams meine grosse Priorität sind. Mein Weg ist noch nicht vorbei. Ich bin immer noch motiviert. Da ich ja noch Grand Slams gewinne, warum sollte ich jetzt aufhören, wenn es doch seit 20 Jahren so gut läuft. Ich freue mich bereits auf Wimbledon.»
Sie jagten so lange hinter Roger Federer und Rafael Nadal hinterher. Wie fühlt es sich an, erstmals alleine an der Spitze zu stehen?
«Ganz ehrlich, ich habe mich immer mit diesen beiden gemessen, sie sind die beiden grössten Rivalen meiner Karriere. Seit 15 Jahren haben sie einen guten Teil meiner Gedanken beschäftigt, ich habe unzählige Stunden damit verbracht, zu überlegen und zu analysieren, was es braucht, um sie auf der grössten Bühne zu schlagen. Jeder hat seinen eigenen Weg, aber ich bin dankbar, Teil dieser goldenen Ära zu sein.»
Woher kommt Ihre Überzeugung und Ihr Ehrgeiz?
«Nun, ich bin etwas anders aufgewachsen als wohl die meisten anderen Spieler meiner Generation. In den 1990ern, als ich vier oder fünf Jahre alt war, hatten wir einige Kriege. Serbien stand unter einem Embargo und ich konnte zu vielen Juniorenturnieren nicht hinreisen. Es gab viele Widerstände und Herausforderungem, wie für alle Leute in meinem Land. Meine Familie hatte nur wenig Geld, dennoch unterstützten sie mich in meinem Traum, einmal Wimbledon zu gewinnen und die Nummer 1 zu werden. 95 Prozent der Leute lachten sie aus, aber ich traf auch ein paar sehr wichtige Leute, die für meine Entwicklung als Sportler und Mensch entscheidend waren. Und mein Vater, meine Mutter sind ein Fels. Ich hatte sehr viel Glück. Das werde ich nie vergessen. Das trage ich in meinem Herzen und werde ewig dankbar sein.»