Schweizer Exploits bleiben aus
Mujinga Kambundji kam über 100 m nach zwei Fehlstarts nicht auf Touren. Eine Woche nach dem EM-Titel über 200 m musste sich die 30-jährige Bernerin in einer für sie bescheidenen Zeit von 11,15 Sekunden mit Platz 6 begnügen. Dennoch stufte Kambundji ihren Lauf als okay ein.
Den Sieg holte sich in einem spannenden Rennen die Amerikanerin Aleia Hobbs in 10,87 Sekunden vor der Jamaikanerin Shericka Jackson (10,88) und Marie-Josée Ta Lou von der Elfenbeinküste (10,89). Die jamaikanische Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce verletzte sich beim Aufwärmen und musste Forfait erklären. Die ebenfalls aus Jamaika stammende WM-Dritte Elaine Thompson-Herah wurde nach einem Fehlstart disqualifiziert.
Zum Abschluss des Meetings gewannen die Schweizerinnen über 4x100 m in der Besetzung Géraldine Frey, Mujinga Kambundji, Salomé Kora und Ajla Del Ponte, allerdings war die Konkurrenz bescheiden. Mit 42,91 Sekunden blieb das Quartett bei kühlen Bedingungen 86 Hundertstel über dem nationalen Rekord. Der Sieg tut aber insofern gut, als in der vergangenen Woche an der EM in München der Einzug in den Final verpasst worden war.
Mujingas zehn Jahre jüngere Schwester Ditaji gelang zwar über 100 m Hürden eine ordentliche Leistung - mit 12,83 Sekunden blieb sie 13 Hundertstel über ihrer Bestleistung -, dennoch kam die 20-Jährige nicht über den 8. und letzten Platz hinaus. Die Niederländerin Nadine Visser (7./12,81), neben ihr die einzige Europäerin im Feld, hatte Ditaji Kambundji beim Gewinn von EM-Bronze noch bezwungen. Der Sieg ging an Jasmine Camacho-Quinn aus Puerto Rico (12,34).
Jason Joseph wollte über 110 m Hürden nach der Enttäuschung an der EM (4.) eine Reaktion zeigen, das misslang jedoch mit Platz 8 in 13,66 Sekunden. Die Stabspringerin Angelica Moser konnte ihr Potenzial mit 4,50 ebenfalls nicht abrufen. Diese Höhe reichte zu Rang 5.
Eine Jahresweltbestleistung erzielte der Norweger Jakob Ingebrigtsen über 1500 m. Der WM-Zweite und Europameister blieb mit 3:29,05 Minuten um 18 Hundertstel unter der bisherigen Bestmarke, die der Brite Jake Wightman gehalten hatte. Über 200 m wurde der amerikanische Weltmeister Noah Lyles seiner Favoritenrolle in 19,56 Sekunden gerecht. Hervorzuheben sind zudem die 15,31 m der venezolanischen Dreispringerin Yulimar Rojas, wie auch die 12,99 Sekunden des Jamaikaners Rasheed Broadbell im Hürdensprint.