Brite Adam Yates nach Sieg in Bilbao auch erster Leader
Das Duo hatte sich rund 9 km vor dem Ziel in der Abfahrt von der Côte de Pike, dem letzten Anstieg des Tages, von den wenigen verbliebenen Konkurrenten abgesetzt.
Für Adam Yates, Ende April Sieger der Tour de Romandie, war es der erste Etappensieg bei einer grossen Rundfahrt. Der 30-jährige Brite distanzierte nach 182 km seinen Bruder auf der ansteigenden Zielgeraden um vier Sekunden.
Pogacars gelungener Härtestest
Schnellster im Sprint der zwölf Sekunden zurückliegenden ersten Verfolgergruppe war Adam Yates' Teamkollege Tadej Pogacar. Der Slowene, 2020 und 2021 Gewinner der Frankreich-Rundfahrt und letztes Jahr Gesamtzweiter, sicherte sich damit vier Sekunden Bonifikation - und freute sich darüber sichtlich. Der erste richtige Härtetest nach dem bei Lüttich-Bastogne-Lüttich erlittenen Bruch des linken Kahnbeins war mehr als erfolgreich.
Jonas Vingegaard erreichte Bilbao wie sein Landsmann und Tour-de-Suisse-Sieger Mattias Skjelmose und der Belgier Wout van Aert in der gleichen Gruppe wie Pogacar.
Aufgaben von Mas und Carapaz
Mit dem Spanier Enric Mas und dem Ecuadorianer Richard Carapaz mussten zwei Fahrer aus dem erweiterten Favoritenkreis die Grande Boucle bereits aufgeben. Mas, der Leader des Teams Movistar und letztjährige Zweite der Spanien-Rundfahrt, stieg noch am Ort des Sturzes mit einem gebrochenen Schulterblatt ins Begleitauto. Olympiasieger Carapaz quälte sich unter sichtlichen Schmerzen mit über 15 Minuten Rückstand ins Ziel, musste dann aber später am Abend seine Aufgabe wegen des Bruchs der linken Kniescheibe bekanntgeben.
Silvan Dillier, neben Stefan Küng der einzige Schweizer Fahrer an der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt, war am ersten Tag während vielen Kilometern an der Spitze des Feldes zu sehen. Der 32-jährige Aargauer leistete Nachführarbeit für seinen Alpecin-Teamkollegen Mathieu van der Poel.
Doch der Niederländer musste sich in Bilbao nach 182 sehr hügeligen Kilometern mit dem 37. Rang begnügen. Küng erreichte Bilbao als 100. mit gut elf Minuten Rückstand auf die Spitze. Dillier (154.), der nach getaner Arbeit auf den verbleibenden Kilometern aktive Erholung betrieb, kam knapp 17 Minuten nach dem Sieger ins Ziel.
Hügelige Etappe auch am Sonntag
Die 2. Etappe am Sonntag, die ebenfalls im spanischen Baskenland über 208,9 km von Vitoria-Gasteiz nach San Sebastian führt, dürfte ebenfalls ein Fall für die starken Klassiker-Spezialisten sein. Zu absolvieren sind wie tags zuvor fünf Bergwertungen. Der letzte Anstieg, der Jaizkibel gut 16 km vor dem Ziel, ist den Fahrern vom Eintagesrennen Clasica San Sebastian bekannt.