Schweiz gewinnt zum achten Mal den Yellow Cup
Die Schweizer mussten gegen die zuvor zweimal erfolgreichen Österreicher gewinnen, ein Unentschieden hätte aufgrund des 29:29 am Samstag gegen Kap Verde nicht zum Turniersieg gereicht. Dies taten die Gastgeber dank einer starken Verteidigung in der zweiten Halbzeit - zur Pause hatte es nach einem 12:15-Rückstand 15:15 gestanden.
Dimitrij Küttel brachte die Schweizer in der 34. Minute mit 17:16 zum ersten Mal in dieser Partie in Führung. Zehn Minuten später lagen die Einheimischen erstmals mit drei Treffern (23:20) vorne, ein letztes Mal beim 28:25 (53.). Dennoch mussten die 2000 Zuschauer in der ausverkauften Arena bis zum Ende zittern. Die Österreicher kamen beim Stand von 28:29 acht Sekunden vor der Schlusssirene noch einmal in Ballbesitz, schafften den Ausgleich jedoch nicht mehr.
Obwohl selbstredend der Turniersieg das Ziel war, wechselte Suter in der 18. Minute beim Stand von 9:11 mit Ausnahme von Torhüter Leonard Grazioli die gesamte Startformation aus und setzte bis zur Pause auf einen weitgehend unerfahrenen Block. Dies deshalb, weil er den Traditionsanlass unabhängig vom Resultat zum Testen nutzen wollte. «Es ist alles aufgegangen, es war eine perfekte Woche», sagte Suter. Auf die Variante 7 gegen 6 Feldspieler, eine starke Waffe der Schweizer, verzichtete er weitgehend. «Es ist nun eine andere Zeit. Wir sind im 6 gegen 6 viel stärker geworden», begründete Suter. Es sei allerdings wichtig, dass die Mannschaft beide Systeme beherrsche.
Grossen Anteil am zweiten Sieg nach jenem am Freitag gegen Japan (35:31) hatte Aufbauer Lenny Rubin, der sechs seiner acht Treffer in dieser Partie in der zweiten Hälfte erzielte und in dieser bloss einmal verwarf. Dass es die Schweizer am Ende unnötig spannend machten, das sei etwas, das sich in den letzten ein, eineinhalb Jahren so entwickelt habe. «Das ist nicht schön für die Nerven», sagte Rubin, der zum MVP des Turniers gekürt wurde. Der Sieg sei allerdings das Einzige, das zähle. Dass die Nerven im Final gegen Österreich wie schon in den ersten beiden EM-Qualifikationspartien im vergangenen Oktober gegen Georgien (24:23) und Litauen (27:26) hielten, führte Rubin darauf zurück, dass «wir mittlerweile über eine routinierte Mannschaft mit viel Bundesliga-Erfahrung verfügen.»
Die Einheimischen konnten es sich gegen Österreich dank dem kämpferischen Auftritt leisten, dass Starspieler Andy Schmid bloss fünf von 13 Abschlüssen im Tor unterbrachte und sie das Goalie-Duell mit 8:13 Paraden verloren. Am 13. Januar spielen die Schweizer in Bregenz erneut gegen Österreich, ehe im März die zwei EM-Qualifikationspartien gegen Ungarn anstehen. Dann wollen sie einen weiteren Schritt in Richtung EM-Endrunde 2024 in Deutschland machen. «Ungarn ist klar der Favorit in unserer Gruppe», blickte Suter voraus. Die letzten fünf Spiele ohne Niederlage gäben jedoch viel Selbstvertrauen. «Der Hunger, die Qualifikation zu schaffen, ist sehr gross.»
Telegramm:
Schweiz - Österreich 29:28 (15:15)
Winterthur. - 2000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mitrevski/Todorovski (MKD). - Torfolge: 0:2, 5:7, 7:7, 9:9, 9:12, 11:12, 13:15, 15:15; 17:16 (34.), 19:17, 19:19, 20:20, 23:20, 24:21, 24:23, 26:25, 28:25 (53.), 28:27, 29:28. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 4mal 2 Minuten gegen Österreich.
Schweiz: Grazioli (8 Paraden); Schmid (5/1 Tore), Meister (1), Rubin (8), Tynowski (2), Manuel Zehnder (1), Lier (2), Röthlisberger, Küttel (4), Gerbl (1), Samuel Zehnder (2/1), Laube (3), Sadok Ben Romdhane, Mehdi Ben Romdhane.
Österreich: Eichberger (13 Paraden/ 1 Tor); Bozovic (2 Tore), Weber (6), Frimmel (5/1), Herburger (1), Zivkovic (4), Bilyk (4), Wagner (1), Kofler, Hutecek (4), Miskovec.
Bemerkungen: Schweiz ohne Maros (verletzt), Portner, Schelker (beide angeschlagen), Willecke und Seravalli (beide nicht eingesetzt). Verschossene Penaltys: 1:1.
Schlussrangliste:
1. Schweiz 5. 2. Österreich 4. 3. Japan 2. 4. Kap Verde 1.