Dänemark im Final leicht zu favorisieren
Ägypten scheint die schwedischen Handballer zu beflügeln. Als die WM 1999 zum ersten Mal dort stattfand, holten sie mit einem 25:24-Finalsieg gegen Russland ihren vierten und bis jetzt letzten Titel an diesem Turnier. Nun stehen sie im Land der Pharaonen zum ersten Mal seit 20 Jahren in einem WM-Endspiel und haben die erste WM-Medaille seit damals auf sicher.
Die Schweden präsentierten sich in der K.o.-Runde in bestechender Form. Im Viertelfinal fertigen sie Katar 35:23 ab und im Halbfinal dominierten sie Frankreich (32:26). Die Schusseffizienz des Rekord-Europameisters an diesem Turnier beträgt 74 Prozent, was in dieser Statistik der beste Wert ist. Der zu den Routiniers gehörende Fredric Pettersson sagte zum Finaleinzug: «Es ist einfach unglaublich.» Er denke, niemand habe ihnen das zugetraut.
Anders war dies bei den Dänen, welche die zweite WM-Goldmedaille in Serie anstreben, nachdem sie die ersten drei WM-Finals allesamt verloren hatten. Der Olympiasieger von 2016 zeigte eine eindrückliche Reaktion auf das überraschende Vorrunden-Out an der letztjährigen EM und ist im Endspiel leicht zu favorisieren.
Dies liegt einerseits am dreifachen Welthandballer Mikkel Hansen, der im Viertel- und Halbfinal nicht weniger als 22 Treffer erzielt hat. Andererseits steht im Tor Niklas Landin, den ein dänischer Radio-Reporter nach dem Sieg am Freitag gegen Europameister Spanien (35:33) «als lebende Mauer» bezeichnete und der im WM-Final vor zwei Jahren gegen Norwegen (31:22) mit einer Abwehrquote von 39 Prozent brilliert hatte. «Es wird sehr spannend gegen unsere schwedischen Nachbarn, von denen viele in der Bundesliga spielen», sagte Landin.