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Linthgebiet

Am Tag der Ingenieure: Wie sich das Tiefbauamt in der Uzner Grynau von seiner besten Seite zeigt

Der internationale «Engineers’ Day» lockte auch Interessierte in die Uzner Grynau. Sie liessen sich von Fachleuten über die Sanierung der Grynaubrücke informieren.
Urs Schnider
06.03.2025, 11:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

In der ganzen Schweiz und international fanden am Dienstag Veranstaltungen statt, die mit dem Ingenieurwesen zu tun haben. Grund dafür: der «Engineers’ Day» – der Tag der Ingenieure. Das kantonale Tiefbauamt (TBA) lud deshalb in die Uzner Grynau, wo derzeit die Brücke über den Linthkanal saniert wird. «Ziel des Anlasses ist es insbesondere, den Nachwuchs für die Baubranche und das Ingenieurwesen zu begeistern», sagte Manfred Huber. Der Leiter Strassen- und Kunstbauten beim TBA ist in der Region als Projektleiter der Umfahrungsstrasse A15-Gaster bestens bekannt.

Wie kommt man an die Jungen ran?

Allerdings liess sich der Nachwuchs nicht gross anlocken, wie sich zeigte. «Es ist in der Tat nicht ganz einfach, an die jungen Leute ranzukommen», so Huber. Obschon man diverse Schulen und Betriebe angeschrieben hatte, mischte sich bei der Grynau genau ein junger Mann unter die rund 20 Anwesenden, der vom Alter her infrage gekommen wäre als Nachwuchskraft: Der 14-jährige Lars Schmid aus Kirchberg ist allerdings bereits «vergeben». Derzeit noch in der 3. Sek, werde er im 2027 eine Ausbildung bei der Preisig AG beginnen. «Fachrichtung Ingenieurbau», sagte er stolz. Den Vertrag hat er bereits in der Tasche.

Begleitet wurde Lars von seinem Vater Stefan Schmid, der beim St. Galler Finanzdepartement als Leiter IT, Finanzen, Logistik arbeitet. «Mich interessiert das Thema», sagt er. Und er kenne auch die Festung Grynau, wo später Vorträge gehalten wurden, sowie das Linthwerk. Dieses wurde im Rahmen des Anlasses ebenfalls vorgestellt. Linthingenieur Ralph Jud wusste Spannendes über das Werk zu erzählen.

Sanierung der Grynaubrücke liegt im Plan

Der studierte Bauingenieur (FHO, BSc) Josef Müller vom Ingenieurbüro Casutt Wyrsch Zwicky AG gab dann am Beispiel der Sanierung der Grynaubrücke Einblicke in verschiedene Facetten des Ingenieurwesens und des Brückenbaus. Die heutige Brücke wurde 1995 erbaut und musste somit nach knapp 30 Jahren in Betrieb komplett saniert werden. Ende Oktober 2024 starteten die Arbeiten, bis Mitte Mai sollten diese abgeschlossen sein. Sowohl der Zeitplan wie auch das Budget von rund drei Millionen Franken sollten nach seinen Angaben eingehalten werden können.

Um den Korrosionsschutz wieder auf den neuesten Stand zu bringen, musste die Stahlbrücke zunächst gestrahlt werden. Eine Herausforderung dabei sei etwa die Luftfeuchtigkeit. Wenn diese zu hoch ist, muss sehr schnell nach dem Strahlen die neue Beschichtung aufgetragen werden. «Aber damit hatten wir keine Probleme, sie lag immer in einem für uns guten Bereich.» Als die Gruppe in die Verkleidung der Grynaubrücke eintritt, fallen stechende Gerüche auf.

Gewässerschutz gewährleistet

Man fragt sich, wie das mit dem Gewässerschutz einhergeht, wenn Stahl von der Brücke weggestrahlt und danach chemische Verbindungen aufgetragen werden. Müller gibt Entwarnung. «Wir haben selbstverständlich Untersuchungen dazu gemacht. Es gibt kein Blei in der Brücke.» Und auch wenn man das nicht hätte machen müssen, «erzeugten wir trotzdem Unterdruck», erklärt Müller. Das heisst, der ganze Staub des «Abschleifens» wurde abgesaugt. «Nur schon wegen der Arbeiter.» Und unter der Brücke wurden wasserdichte Blachen angebracht. «Es konnten keine Stoffe in die Linth gelangen», beteuert Müller.

Diese Information nahm auch der Uzner Gemeindepräsident Diego Forrer beruhigt zur Kenntnis. Er verabschiedete sich bereits vor Schluss der Veranstaltung. Alles in allem waren die Informationen sehr technischer Natur – was angesichts der Fachpersonen, die am Anlass teilnahmen, aber nicht weiter erstaunt.

Ach, die bald fertig sanierte Grynaubrücke soll gemäss Müller mindestens wieder 25 Jahre halten. «Es werden aber wohl eher 30 bis 40 Jahre sein», sagte Müller noch, ehe die Gruppe sich aufmachte zur Festung Grynau. Dort gab es auch Informationen dazu, wie die Festung – eine von rund 1000 schweizweit – nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gebaut worden war.