Kritik an Stadtrat von Rapperswil-Jona wegen Zusammenarbeit mit Online-Portal
Der Titel wirkt noch einigermassen harmlos: «Transparenz vor Reichweite», schreiben die Parteipräsidien von SP, Die Mitte, GLP, FDP und Grünen in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Darin kritisieren sie, dass die Stadt Rapperswil-Jona ihre Kommunikation mit dem Kanal «Gemeindefenster» erweitern will.
Dieser Kanal findet sich auf dem Online-Portal «Linth24». Die Stadt möchte diesen nutzen, um mehr Reichweite zu erzielen. «Der Stadtrat möchte die Bevölkerung künftig noch direkter, transparenter und breiter informieren», begründete die Stadt diesen Schritt in einer Mitteilung. Die Ortsparteien begrüssen zwar die Absicht des Stadtrates, die gesamte Bevölkerung besser zu informieren. «Wir stellen aber Transparenz vor Reichweite und wünschen uns die bisherigen Kanäle mit transparenteren Aussagen und mit dazugehörigen Erläuterungen.»
Die Parteien wünschen sich von der Stadt eine kritischere Auseinandersetzung zur Information und Kommunikation. «Aus unserer Sicht ist ein Onlinemedium ohne Kommentarfunktion nicht zeitgemäss, da dieses keine Interaktion mit den Lesern ermöglicht. Das wirkt dem Legislaturziel des Stadtrates zu mehr Transparenz ausdrücklich entgegen», halten die Parteien fest.
Vorwurf der «Scheintransparenz»
Gemäss dem Communiqué sind die Parteien der Auffassung, dass ein weiterer Kanal mit den üblichen städtischen Informationen unnötig ist. Die Stadt verfüge über ausreichend interne Ressourcen, um die Bevölkerung über bereits etablierte Kanäle umfassend zu informieren. So könne beispielsweise bereits jetzt jeder Bürger und jede Bürgerin unkompliziert den Newsletter der Stadt abonnieren.