Die Frau aus Fischenthal steht bereit
Den Ratssaal im Rapperswiler Rathaus hat Barbara Dillier nicht zufällig ausgewählt. Hier verkündet die 51-Jährige am Montagmorgen ihre Kandidatur fürs Stadtpräsidium von Rapperswil‑Jona. Denn hier ziert das Familienwappen der Dilliers eine der Fensterscheiben. «Mein Mann, Marcel Dillier, ist ein Ur-Rapperswil‑Joner», erklärt sie.
Dadurch pflegt die Gemeindepräsidentin von Fischenthal mit der «grossartigen Stadt» eine enge und lange Beziehung, wie sie sagt. «Interessiert verfolge ich das Geschehen seit Jahren. Familien und Freunde leben hier.» Sie selber besitzt zwar das Bürgerrecht, lebte selbst aber nie in der Rosenstadt. Das sei kein Nachteil: «Ich bin nicht verbandelt und kann von Aussen eine frische Perspektive einbringen.»
Was Dillier ändern will …
Vom schönen Seeblick in der Giessi über das gemütliche Aufeinandertreffen am Joner Frühlingsfest – Dillier lobt Rapperswil‑Jona in höchsten Tönen. Doch was müsste sich ihrer Meinung nach unter ihrer Führung verbessern? Sie gibt zu, dass sie sich zuerst noch in die Dossiers im Stadthaus einarbeiten müsste. Es bestünden aber etwa breite Gestaltungsmöglichkeiten in einer umsichtigen Raumplanung.
Beim Verkehr sieht sie trotz des laufenden Tunnelprojekts Zuwarten als keine Option. «Es braucht Raum für den Bus- und Langsamverkehr.» Mit mutigem Denken müsse ein Verkehrsregime realisiert werden, welches trotz begrenzten Platzverhältnissen der Stadt Raum verschafft.
Etwas genauer wird sie bezüglich Kommunikation: «Die Gefahr ist da, dass der Stadtrat an einem Ort und die Bevölkerung an einem anderen Ort steht.» Wie in Fischenthal könne sie sich die Einführung einer Bürgersprechstunde vorstellen. Auch «Sounding Boards» seien zu erwägen, um den Puls der Bevölkerung zu spüren. Um den Puls bei Dillier etwas mehr zu spüren, stellte die «Linth‑Zeitung» ihr drei konkrete Fragen zur aktuellen Stadtpolitik (siehe Interview).