Endlich kehrt wieder Leben ein: Bei der ehemaligen Velostation am Bahnhof Jona gibts jetzt Essen
Die Velostation am Bahnhof Jona stiess auf mässigen Anklang – Ende 2023 zog der verantwortliche Verein in die Schachenstrasse um. Die Räumlichkeiten am Bahnhof sind seither ungenutzt geblieben. Das soll sich jetzt ändern, wie der Verein «FOOD4U2» am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt gibt. Ab Februar wird der Verein dort eine Abgabestation für noch verwertbare Lebensmittel namens «GLEIS NULL» betreiben.
Der Verein setzt sich ehrenamtlich gegen Food Waste ein. Bis anhin betrieb er auf dem Zeughausareal den sogenannten Fairteiler, einen öffentlich zugänglichen Container mit Kühlschrank, bei dem Selbstbedienung herrschte. Laut Mitteilung bot dieser Standort aber «keine optimale Möglichkeit einer kontrollierten Abgabe». Markus Arnitz, Präsident von «FOOD4U2», präzisiert auf Anfrage: «Das Problem war, dass sich einige Leute sehr egoistisch verhielten und teilweise den ganzen Kühlschrank ausräumten.»
Daher habe der Verein sich für «GLEIS NULL» dazu entschieden, die Lebensmittel kontrolliert mit mehreren anwesenden Vereinsmitgliedern zu verteilen, sagt Arnitz. Das passiert nun in Jona. Das Essen würde dann je nach Andrang portioniert, damit auch alle etwas mitnehmen könnten. Eine solche Abgabe sei dank der guten Infrastruktur des Standorts möglich geworden, heisst es in der Mitteilung weiter. Im Aussenbereich würden die Räumlichkeiten durch die Stadtpolizei videoüberwacht.
Aus der Region für die Region
Die angebotenen Lebensmittel würden von Detailhandelsgeschäften, Landwirtschaftsbetrieben und Grossverteilern aus der Region und Umgebung stammen, sagt Präsident Arnitz. Der Verein verzichte darauf, die Namen der Betriebe zu kommunizieren, weil «es in der Vergangenheit schon dazu kam, dass Leute direkt bei den Betrieben nicht mehr verkäufliche Lebensmittel abholen wollten».
Für das angebotene Essen werden bestimmte Kriterien beachtet. «Die Lebensmittel müssen tadellos geniessbar sein, Gemüse mit verfaulten Stellen wird es nicht geben», so Arnitz. Das bedeute aber nicht, dass das Ablaufdatum nicht überschritten sein dürfe: «Beispielsweise Getränkedosen können auch nach dem Ablaufdatum noch problemlos konsumiert werden.»
Gemäss Mitteilung wird es ein vielfältiges Angebot an Lebensmitteln geben, darunter Früchte, Gemüse, Fleisch, Gewürze und Snacks. Der Stand zur Essensabgabe befindet sich aktuell noch im Aufbau. Daher sind die genauen Öffnungszeiten noch nicht bekannt. Diese würden noch vereinsintern diskutiert und vor der Eröffnung bekannt gegeben, so Arnitz.
Öffentliche Nutzung für alle erwünscht
Die Vorgabe des Stadtrats sei es gewesen, dass der Standort am Bahnhof öffentlich genutzt werden solle, sagt Anina Peter von der Fachstelle Kommunikation der Stadt Rapperswil-Jona auf Anfrage. «So ist die Idee entstanden, eine Abgabestation für Lebensmittel am Bahnhof Jona einzurichten.»
Wenn zum Beispiel jemand mit üppigem Budget kommt und zwei Joghurts mitnimmt, ist das auch in Ordnung. Hauptsache, das Essen wird nicht verschwendet.»
Markus Arnitz, Präsident «FOOD4U2»
Die Stadt freut sich, dass nun eine «sinnvolle und karitative» Nachfolge der Velostation gefunden wurde, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Daher zeigt sie sich wohlwollend: «Vereinen kommt die Stadt bei der Nutzung von öffentlichen Räumen grundsätzlich entgegen», sagt Peter. Dementsprechend müsse «FOOD4U2» für den Standort am Bahnhof keine Miete bezahlen.
Das Angebot wird für alle ohne Nachweis der Bedürftigkeit zugänglich sein. «Wenn zum Beispiel jemand mit üppigem Budget kommt und zwei Joghurts mitnimmt, ist das auch in Ordnung. Hauptsache, das Essen wird nicht verschwendet», sagt «FOOD4U2»-Präsident Arnitz.
Der Verein ist zuversichtlich, dass die Dienstleistung auf Anklang stossen wird: «Wir glauben, dass das Angebot rege genutzt wird. Darauf lassen freudige Reaktionen aus der Bevölkerung schliessen», so Arnitz. Ausserdem gebe es in Rapperswil-Jona viele Bedürftige, denen das Angebot nützen werde.