Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Koch...?
von Martin Mühlegg
Auf die Suppe freuten wir uns ganz besonders. Denn wir kennen in der Region kein Restaurant, in dem es so fein abgeschmeckte und cremige Gemüsesuppen gibt wie in der «Falkenburg». Diesmal ist es eine Spargelsuppe, und sie entspricht unseren hohen Erwartungen. Glücksgefühle löst auch das Wetter aus: Es ist der erste richtig warme Frühlingstag des Jahres – und wir essen draussen auf dem Rapperswiler Hauptplatz. Kurz vor zwölf Uhr sitzen wir noch allein vor der «Falkenburg», und innert einer halben Stunde sind fast alle Aussenplätze besetzt.
Hohes Niveau auch ohne Sterne
Dass die «Falkenburg» gut besucht wird, liegt nicht nur an den guten Suppen. Neulich spielten wir im Freundeskreis das Spiel «Spieglein, Spieglein an der Wand». Wir wollten nicht wissen, wer der schönste, sondern der beste Koch unserer Region ist. Da fiel der Name Raffaele Fumagalli (Wirt und Chefkoch) gleich zweimal, obwohl er weder nach Gault-Millau-Punkten noch nach Michelin-Sternen strebt und sich auch medial nicht zum Fenster hinauslehnt.
Die Diskussion ergab, dass wir alle von Fumagalli noch nie mittelmässig oder gar schlecht bekocht worden sind, und dass seine Partnerin Regula eine tolle Gastgeberin ist. Seit 21 Jahren kocht Fumagalli nun am Hauptplatz; 13 Jahre war er auf dem «Rössli» und seit acht Jahren ist er auf der «Falkenburg». In dieser Zeit habe ich gefühlte 100-mal bei ihm gegessen – und bin nie enttäuscht worden.