Hallo Linthgebiet: Der Fischotter meldet sich zurück
An der Linth konnten erstmals Fischotter nachgewiesen werden. «Die Rückkehr des Fischotters in die Schweiz und seine Ausbreitung im Kanton St. Gallen schreiten schneller voran als erwartet», schreibt die St. Galler Staatskanzlei.
Aufgrund von verletzten Fischen am Linthkanal mit mutmasslichen Bissverletzungen durch Fischotter hat sich ein Team von Fischotterspezialisten auf die Suche gemacht. Ein speziell ausgebildeter Artenspürhund fand letzten Dezember in kürzester Zeit mehrere Fischotterlosungen am Ufer der Linth bei Benken und Umgebung. Sie konnten genetisch eindeutig dem Fischotter zugewiesen werden. Dies sind die ersten Nachweise im Linthgebiet.
Herausfordernde Rückkehr nach 50 Jahren
Der Fischotter wurde vor rund 50 Jahren ausgerottet. Der erste Fischotternachweis seit der Ausrottung gelang im Jahr 2021 im St. Galler Rheintal. Die neuen Nachweise an der Linth zeigen, dass der Kanton St.Gallen schweizweit offenbar eine besondere Rolle in der Rückkehr des Fischotters einnimmt.
Jedoch bringt das besonders an der Linth Herausforderungen mit sich. An der Linth befindet sich eines der letzten und stark geschrumpften Äschen-Laichgebiete von nationaler Bedeutung. Seit einigen Jahren versucht man, dieser stark bedrohten Fischart zu helfen. Sei es durch Lebensraumaufwertungen, eine stark eingeschränkte Fischerei und ein Kormoran-Management.
Wie sich die Rückkehr des Fischotters auf diesen Äschenbestand auswirken wird, ist nicht bekannt. Grundsätzlich können negative Einflüsse von natürlichen Fischräubern wie Fischotter und Kormoran auf die Fische reduziert werden, wenn die Gewässer naturnah und strukturreich sind und den Fischen genügend Unterschlupfmöglichkeiten bieten.
Hinweise zu Fischottern sind willkommen
Letzten Oktober war dem Kanton noch keine erfolgreiche Fortpflanzung dieser bedrohten Art bekannt. Aufgrund einer damaligen Medienmitteilung wurden dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei Videos von Fotofallen aus dem Jahr 2024 zugeschickt, wo junge Fischotter in Sevelen zu sehen sind. Dies ist der erste Nachweis einer Reproduktion im Kanton St. Gallen.
Zusammen mit Bildern von jungen Fischottern in Sevelen und zwei überfahrenen Fischottern im St.Galler Rheintal im Jahr 2025 zeigt sich: Die Rückkehr dieser einst in der Schweiz ausgestorbenen Art schreitet zügig voran.
Noch unklar ist, ob der Fischotter auch bereits die Thur besiedelt hat. Da es Indizien dafür gibt, sucht das Amt für Natur, Jagd und Fischerei diesen Winter nach Fischotterspuren an der Thur. Der Winter ist die beste Zeit, diese sehr versteckt und unauffällig lebende Art nachzuweisen. Das Amt bittet darum, Fischotternachweise hier zu melden.