Zwei Schlammlawinen verschütten Pragelstrasse
Gestern, nach Mittag, zuhinterst im Klöntal. Die Richisauerklön schlägt Schaumkronen. Es hat aufgehört zu regnen. Für Donnergrollen sorgt einzig noch der Sulzbachfall. Kurz hinter Vorauen ergiesst er die gewaltigen Wassermassen aus dem Einzugsgebiet des Ochsenstocks zwischen dem Felsgestein hindurch – immerhin noch in geordneten Bahnen. Im Gegensatz zu den zwei Schlammlawinen, die sich zwischen Richisau und Gampel, kurz vor der Kantonsgrenze zu Schwyz, unkontrolliert bis hinunter ins Wiesland wälzten. Das mit Fels, Ästen und Baumstrünken durchmischte Erdmaterial verschüttete dabei auch die Zufahrt zum Pragelpass. Das Geröll türmt sich meterhoch auf der Strasse – auf einer Länge von jeweils zehn bis zwanzig Metern.
Strasse über Pragelpass gesperrt
«Wir sind das Ereignis von der Nacht auf Dienstag erst am Beurteilen», sagt Oberförster Dani Rüegg, Leiter der kantonalen Abteilung Wald und Naturgefahren. Bis auf Weiteres sei die Strasse gesperrt. Weitere Informationen werden aber voraussichtlich heute folgen.
Das Gasthaus «Richisau» wird derweil zum Auffangort für die «Gestrandeten». Knöcheltief sei er eingesunken, als er versucht habe, die Schlammlawine zu überqueren, erzählt der Glarner Matthias Güdel. Was der Niederurner Bauer Andreas Krieg gar nicht erst versucht hat, obwohl er auf der Schwyzer Alp Schwelllaui zwei seiner Rinder zurück in den Stall holen wollte. «Weil sie bald kalbern.»
Die teils heftigen Niederschläge sorgten aber nicht nur für die zwei Schlammlawinen bei Richisau, sondern auch für ein Anschwellen der Linth. Der maximale Abflusswert lag bei 139 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das allerdings liegt noch weit unter der zweiten Gefahrenstufe. Diese liegt im Bereich von 190 bis 270 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.